Mehrere Studentenführer verhaftet

6. Juli 2012, 21:56
posten

Bewegung: Mindestens zwanzig Personen festgenommen - Fünf Festnahmen bestätigt

Rangun - In Burma sind nach Angaben einer Studentenbewegung mindestens 20 Studentenführer festgenommen worden. Sie seien einen Tag vor einer Gedenkveranstaltung für die Opfer eines niedergeschlagenen Studentenprotests vor 50 Jahren festgenommen worden, sagte Thet Zaw von der Studentenbewegung Generation 88 am Freitagabend der Nachrichtenagentur AFP. Es ist die größte Verhaftungswelle in Burma seit der Auflösung der Militärjunta im März 2011.

Nach Angaben der Bewegung Generation 88, deren Name an einen weiteren brutal niedergeschlagenen Studentenprotest im Jahr 1988 erinnert, wurden die 20 Studentenaktivisten in mehreren Städten des Landes in Gewahrsam genommen. Sie seien in Rangun, in Shwebo, Mandalay und Lashio abgeführt worden, sagte Thet Zaw. Fünf der festgenommenen Studentenanführer sei gesagt worden, die Beamten wollten "mit ihnen sprechen", sagte sein Mitstreiter Ko Ko Gyi.

Gedenkzeremonie

"Ich denke, dass sie mitgenommen wurden, weil sie für den 7. Juli eine Gedenkzeremonie geplant haben", ergänzte er. Diese solle aber "in jedem Fall" stattfinden, bekräftigte Ko Ko Gyi. Es wird damit gerechnet, dass daran Aktivisten von früher wie auch jüngere Unterstützer der Demokratiebewegung teilnehmen.

Am 7. Juli 1962 waren an der Universität von Rangun Studentenproteste blutig niedergeschlagen worden, die sich gegen die kurz zuvor an die Macht geputschte Führung von General Ne Win richteten. Dabei wurden dutzende Menschen getötet. Einen Tag später sprengte die Junta damals ein Gebäude der Studentenbewegung in die Luft. In den Jahren darauf leisteten die Studenten immer wieder Widerstand gegen die Herrschaft der Junta.

Ein Vertreter der burmesischen Behörden bestätigte am Freitag lediglich die Festnahme von fünf Studentenführern. Sie seien bei sich zu Hause in Rangun abgeführt worden, sagte er. Drei von ihnen waren demnach erst im Jänner unter einer Amnestie für hunderte politische Gefangene aus dem Gefängnis freigekommen.

Nach dem Ende der jahrzehntelangen Herrschaft der Militärjunta wird das südostasiatische Land inzwischen von einer formal zivilen Regierung unter Ex-General Thein Sein geführt, die erste Schritte zu einer vom Westen begrüßten Öffnung des Landes eingeleitet hat. Unter anderem ermöglichte der neue Präsident Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi eine Rückkehr in die Politik. (APA, 6.7.2012)

Share if you care.