Konferenz zur Zukunft Afghanistans nach 2014 startet am Sonntag

6. Juli 2012, 11:11
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Teilnehmer aus 70 Ländern wollen in Tokio über zivile Mittel für Wiederaufbau und Entwicklung beraten - Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon vertreten

Tokio/Berlin - Die Zukunft Afghanistans nach Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 ist Thema einer am Sonntag beginnenden Konferenz in Tokio. Delegierte aus etwa 70 Ländern sowie internationaler Organisationen werden dort über zivile Mittel für den Wiederaufbau und die Entwicklung Afghanistans in den zehn Jahren nach dem Abzug der internationalen Truppen bis 2024 beraten. Zu den Delegierten von Geber- sowie allen Nachbarstaaten gehören die Außenminister der USA, Frankreichs, Deutschlands, Pakistans und des Irans. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon kommt nach Tokio.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat Afghanistan bereits im Vorfeld der Konferenz Finanzhilfe zugesagt, forderte im Gegenzug aber weitere Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption. "Afghanistan kann sich auf uns verlassen", betonte Westerwelle am Freitag vor seinem Abflug. "In Tokio wollen wir dazu beitragen, eine klare und langfristige Perspektive für ein friedliches und stabiles Afghanistan zu schaffen, von dem keine Gefahr mehr für die Welt ausgeht", sagte Westerwelle. Deutschland werde dabei vorangehen.

"Wir unterstützen die afghanischen Sicherheitskräfte mit 150 Millionen Euro im Jahr und wollen die deutschen zivilen Mittel für Wiederaufbau und Entwicklung auch nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 auf dem aktuellen Niveau von 430 Millionen Euro bis mindestens 2016 verstetigen", sagte Westerwelle weiter. Im Gegenzug erwarte man jedoch, "dass wir in Tokio mit der afghanischen Seite einen klaren, nachvollziehbaren und überprüfbaren Reformfahrplan für weitere Anstrengungen in den Bereichen gute Regierungsführung, Bekämpfung der Korruption und mehr Demokratie vereinbaren können", sagte er. Afghanistan gehört trotz umfassender Hilfen immer noch zu den ärmsten Staaten der Welt.

Die eintägige Konferenz versteht sich als ziviles Gegenstück zu den Beschlüssen des Nato-Gipfels in Chicago, bei dem die Truppensteller die Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte verhandelt hatten. Diese sollen nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 den Krieg gegen die Taliban mehrheitlich alleine führen. Bei der vorherigen Konferenz in Bonn im Dezember war Afghanistan zivile Unterstützung für zehn weitere Jahre nach 2014 zugesagt worden, allerdings noch ohne Zahlen zu nennen. Die soll nun in Tokio erfolgen. (APA, 6.7.2012)

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