Überflutungen nach Unwettern in Teilen Österreichs

6. Juli 2012, 11:03
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100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in der Steiermark - Große Schäden auch im Burgenland und in Oberösterreich

Graz - Nach neuerlichen schweren Unwettern in der Steiermark - am Donnerstag traf es vor allem den Südwesten - haben die Freiwilligen Feuerwehren am Freitag mit den Aufräumarbeiten noch alle Hände voll zu tun gehabt. Insgesamt standen im Raum Köflach, Rosental und Umgebung (Bezirk Voitsberg) 23 Wehren mit insgesamt 450 Helfern im Einsatz, so Feuerwehrsprecher Franz Fink.

Das Unwetter in der Weststeiermark war gegen 13.00 Uhr mit rund 100 Litern pro Quadratmeter niedergegangen. Innerhalb kürzester Zeit seien Keller, Häuser und Straßen überflutet worden. Die Packer Straße (B70) stand in Rosental unter Wasser, und auch die St. Martiner Straße (L346) war gesperrt. In der Gemeinde Rosental mussten 20 Familien vorübergehend aus ihren Häusern und durften erst wieder zurück, als die Pegel wieder sanken.

Schaden noch nicht abzuschätzen

Wie hoch die Schäden an den Häusern sind, könne erst abgeschätzt werden, wenn das Wasser vollständig abgepumpt sei, meinte Fink. Am Freitag soll auch ein Sachverständiger des Landes für Wasser- und Straßenbau die Schäden an der Infrastruktur begutachten und allfällige notwendige Sicherungsmaßnahmen einleiten.

Während in der Weststeiermark noch ausgepumpt wurde, begannen im obersteirischen Raum Obdach, wo bereits am Dienstag Unwetter schwere Schäden angerichtet hatten, die Arbeiten des Bundesheeres. 50 Soldaten des Pionierbataillons 1 aus Villach hatten am Donnerstag die Feuerwehrleute abgelöst und Pionier-Gerät an die Schadstellen gebracht und aufgebaut. Am Freitag sollen mit schweren Maschinen Verklausungen beseitigt werden.

Brand nach Blitzschlag in Burgenland

Im Burgenland haben Unwetter am Donnerstagnachmittag zahlreiche Feuerwehreinsätze notwendig gemacht. Insgesamt waren 16 Feuerwehren ausgerückt. Sie hatten 63 Einsätze zu bewältigen, zog die Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland heute, Freitag, Bilanz.

Der erste Einsatz war gegen 16.45 Uhr im Seewinkel. In Pamhagen hatte ein Blitzschlag einen Dachstuhlbrand ausgelöst. Auch in St. Andrä, Illmitz und Tadten wurden die Feuerwehren zu Hilfe gerufen. Die Einsatzkräfte mussten auch umgestürzte Bäume beseitigen und zahlreiche überflutete Keller auspumpen. Gegen 17.15 Uhr brach das Unwetter dann auch über das Mittelburgenland herein. Betroffen war vor allem der Großraum Oberpullendorf. Zu Einsätzen kam es in Stoob, Neutal, Oberpullendorf und Mitterpullendorf sowie Dörfl.

B52 an mehreren Stellen vermurt

In Mörbisch (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sorgten am Nachmittag mehrere starke Gewitterzellen für Starkregen und Hagel, berichtete die Feuerwehr. Binnen kürzester Zeit fielen enorme Regenmengen, mehrere Keller im Ortsgebiet wurden überflutet. Die Ortseinfahrt war wegen der Schlamm- und Wassermassen immer wieder gesperrt. Die B52 war zwischen Mörbisch und Rust an mehreren Stellen vermurt und erschwert passierbar.

Mit Hilfe eines Radladers der Straßenmeisterei wurde die Bundesstraße wieder frei gemacht. Die Feuerwehr machte die Ortseinfahrt von Mörbisch wieder passierbar. Die Feuerwehr Mörbisch war von 17 bis 22.30 Uhr mit vier Fahrzeugen und 25 Mitgliedern ausgerückt. Die letzten Einsatzkräfte rückten im Burgenland gegen 0.30 Uhr ein, hieß es von der LSZ. 

Waldbrand in Oberösterreich verhindert

In Oberösterreich waren bis Donnerstagabend etwa 100 Feuerwehren mit knapp 3.000 Kräften bei mehr als 250 Einsätzen gefordert, meist ging es um überflutete Keller oder umgestürzte Bäume, aber auch eingeschlossene Personen mussten aus ihren Fahrzeugen geborgen werden. Zudem löste ein Blitzschlag gegen 19.15 Uhr ein Feuer in einem Wald an der Nordseite des Hohen Sarsteins (Bezirk Gmunden) aus. Ein Baumstrunk stand in Vollbrand, die Flammen hätten sich zu weiter ausbreiten können. Die Feuerwehr flog Löschmaterial ein und konnte um 21.30 "Brand aus" geben.

Beim Golfplatz in Maad (Bezirk Schärding) beschädigte ein Blitz einen Transformator, weswegen das darin enthaltene Öl austrat. Da sich in einem Transformator 200 Liter befinden, wurde ein Öleinsatzfahrzeug alarmiert. 130 Liter konnten die Feuerwehren auffangen, dennoch bestand durch die zuvor versickerte Flüssigkeit erhebliche Gefahr für das Grundwasser. Also wurde das kontaminierte Erdreich abgetragen, um einen Schaden für die Umwelt zu verhindern.

4,3 Millionen Euro Schaden in Landwirtschaft

Die österreichische Hagelversicherung VVAG gab in einer ersten Bilanz 4,3 Millionen Euro an. Im Burgenland traf es Wein- und Gemüsekulturen in den Bezirken Neusiedl und Oberpullendorf auf 1.600 Hektar im Ausmaß von 500.000 Euro, in der Steiermark erwischte es Grünland, Obst und Wein im Bezirk Voitsberg auf etwa 600 Hektar. Die Einbußen betragen 700.000 Euro, so die Hagelversicherung.

Den größten Schaden, 3,1 Millionen Euro, richteten die Unwetter in den oberösterreichischen Bezirken Eferding und Grieskirchen an. Sie wüteten auf 11.000 Hektar mit Gemüse, Getreide, Mais, Obst, Raps und Grünland. Die Schadensaufnahme habe bereits begonnen, damit eine rasche Entschädigung an die betroffenen Landwirte gewährleistet ist, betonte VVAG-Generaldirektor Kurt Weinberger. Sie sollen ihre Einbußen am besten online melden. (APA, 6.7.2012)

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    In der weststeirischen Region um Voitsberg-Köflach ist am Donnerstagnachmittag ein schweres Unwetter niedergegangen.

  • Wie hoch die Schäden an den Häusern sind, könne noch nicht abgeschätzt werden, so ein Feuerwehrsprecher.

    Wie hoch die Schäden an den Häusern sind, könne noch nicht abgeschätzt werden, so ein Feuerwehrsprecher.

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