Die "wunden Stellen" von ORF und News

25. Juni 2003, 12:58
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Werber wünschen sich mehr Preis-Transparenz

Der Vorstand des Zeitungsverbandes berät Mittwoch mit dem Küniglberg ausgehandelte Werberichtlinien für den ORF. Rechtzeitig davor plauderten Rudi Klausnitzer (Verlagsgruppe News) und Alexander Wrabetz (ORF) auf Einladung der Panmedia über "Grauzonen" der Werbung.

"Zu freizügig"

Die Anstalt interpretiere das neue ORF-Gesetz aus Verlegersicht "zu freizügig", sagt Klausnitzer. Der ORF möge "erfüllen, was der Gesetzgeber gemeint hat". Das dürfte nicht gelten für die Begrenzung der Werbung von Printmedien im ORF-Fernsehen, das die Verlagsgruppe News im Verein mit der Stadt Wien bekämpft (Medien-Journal). Gerne beruft er sich indes auf das Gesetz, wenn es um Location-Placement geht, quasi Drehorte nach Bezahlung der jeweiligen Gemeinden oder Länder. "Verboten und sonst gar nichts" sei das im Grunde, meint Klausnitzer.

Gewinnspiele als "größte wunde Stelle"

"Größte wunde Stelle" des ORF nennt Panmedia-Chefin Elisabeth Ochsner Gewinnspiele. Dafür gibt es keine Preisliste, räumt Wrabetz ein. Das bedeutet laut Ochsner: "Alles ist möglich, alles drin."

Die Managerin einer der größten österreichischen Mediaagenturen mahnt bei so genannten Medienkooperationen Transparenz und Messbarkeit ein. Der ORF sucht Unmut der Werber über Sonderwerbeformen abseits klassischer Werbung zu bremsen: Seit April zahlt der ORF auch dafür Agenturprovisionen, sagt Werbechef Walter Zinggl.

"Nicht ganz so klar"

Klausnitzer räumt ein, dass Medienkooperationen seines Hauses "nicht ganz so klar wie beim ORF" geregelt und "immer einzeln zu bewerten" sind. Aber: "Wir stehen in härterem Wettbewerb als der ORF."

Das wiederum mag Ochsner nicht glauben: Die marktbeherrschende Magazingruppe habe "keine Mitbewerber, an denen Sie sich orientieren können. Sie definieren die Regeln." (fid/DER STANDARD, Printausgabe vom 15.6.2003)

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