Keine Extrawurst für Schlecker-Frauen

2. Juli 2012, 11:48
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Deutsche Gewerkschaft Verdi hatte eigens Hilfen für Umschulungen gefordert: Arbeitsministerin von der Leyen schließt das aus

Berlin - Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schließt Extra-Hilfen für die Umschulungen von ehemaligen Schlecker-MitarbeiterInnen aus. "Von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen zu vermitteln oder umzuschulen ist das Kerngeschäft der Bundesagentur für Arbeit. Dafür stehen jedes Jahr Milliarden Euro zur Verfügung", sagte die Ministerin der "Welt am Sonntag". "Ein Extraprogramm für Schlecker ist nicht geplant."

"Die meisten Frauen sind qualifiziert"

Die Gewerkschaft Verdi hatte solche Hilfen gefordert. Nach Ansicht von der Leyens haben die ehemaligen MitarbeiterInnen der untergegangenen Drogeriekette Schlecker "gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die meisten Frauen sind qualifiziert und haben noch mehrere Jahrzehnte Arbeitsleben vor sich. 70 Prozent haben eine abgeschlossene Berufsausbildung."

"Keine Menschen zweiter Klasse"

Die Kritik an ihrem Vorschlag, Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen oder Pflegekräften umzuschulen, wies von der Leyen zurück: "Was mich wirklich empört hat, war das Naserümpfen über die Schleckerfrauen, als wenn die Menschen zweiter Klasse wären. Viele haben unterschwellig den Eindruck vermittelt, diese Frauen wären nicht geeignet, die Umschulung zu machen."

Am vergangenen Mittwoch waren die letzten Schlecker-Märkte geschlossen worden. Die Pleite der Drogeriekette aus Ehingen bei Ulm hat bisher rund 25.000 Menschen den Arbeitsplatz gekostet. Kommende Woche wird eine Entscheidung über die Zukunft der Schlecker-Tochter IhrPlatz erwartet. Fast 4000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. (APA, 2.7.2012)

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