Paylife-Entflechtung nimmt Gestalt an

25. Juni 2012, 12:07
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Finanzmarktaufsicht und Oesterreichische Nationalbank haben die Neustrukturierung bei dem Kreditkartenanbieter Paylife bewilligt

Wien - Wie von der EU-Kommission seit 2007 gefordert, dürfte der österreichische Kreditkartenmarkt nun entflechtet werden. Finanzmarktaufsicht und Oesterreichische Nationalbank haben die Neustrukturierung bei dem Kreditkartenanbieter Paylife - Tochterunternehmen heimischer Banken - bewilligt, teilte Paylife am Montag mit. Ein Teil der Dienste, die bisher Paylife leistete, wird abgespalten und in eine neue Tochtergesellschaft der selben Banken samt Beibehaltung der bisherigen Eigentumsverhältnisse "ausgetöchtert". Die Neustrukturierung soll den geplanten Verkauf von Paylife-Anteilen vereinfachen.  Bis Jahresende soll er abgeschlossen seinVon einem "offenen Rennen" der Geschäftsführer der Paylife Bank. Er will aber nicht auf am Kauf potenziell interessierter Institute aus dem In- oder Ausland eingehen. Auch zu dem gewünschten Verkaufspreis - dem Vernehmen nach zwischen 250 und 400 Mio. Euro - wollte er "zum jetzigen Zeitpunkt" nichts sagen.

 

Der operative Betrieb der neuen Gesellschaft, deren momentaner Name "ADF Service GmbH" in Kürze in "PSA Payment Services Austria GmbH" geändert werden soll, ist für 1. Juli 2012 anvisiert. Die künftige PSA GmbH soll dann die Bankomatkartenabwicklung für die österreichischen Banken und den Betrieb des heimischen Bankomatsystems verantworten und Tochter der heimischen Banken bleiben. Geschäftsführer wird Rainer Schamberger, der bisher die Agenden der BAWAG P.S.K.-Zahlungsverkehrsabwicklung leitete. Sein Stellvertreter wird David Ostah, bisher für die Raiffeisen International tätig. Die PSA wird insgesamt 21 Mitarbeiter haben.

Keine Veränderung für Kunden

Bei der Paylife Bank bleiben wie bisher unter anderem die Ausgabe von Kredit- und Prepaid-Karten, das Bankomat-Kassen Service und die Servicierung einiger Banken, die eigene Kreditkarten ausgeben. "Für die Kunden von Paylife und die Bankpartner der (neuen, Anm.) PSA wird dies keine Veränderungen mit sich bringen", erwartet Paylife-Aufsichtsratschef Ewald Url von der ÖVAG.

Der Kreditkartenbereich und die Terminals für bargeldloses Zahlen sollen verkauft werden. Laut Paylife Bank haben "einige Gesellschafter", die über eine Mehrheit der Anteile verfügen, die Absicht diese zu veräußern. Mit der Käufersuche beauftragt sind Bank Austria und Erste Bank. Die Bank Austria ist mit 24 Prozent größter direkter und indirekter Eigentümer von Paylife. Die BAWAG P.S.K. hält 20,7 Prozent, die Erste 20,5, der Raiffeisen-Sektor 12,8, die Volksbanken 8,3, die Hypobanken 5,12 und andere Finanzinstitute 8,58 Prozent an ihrer Tochter.

Unicredit Bank Austria (mit 50,1 Prozent) und die Raiffeisen Zentralbank (mit 25 Prozent) sind auch am Konkurrenten card complete wesentlich beteiligt, daher die Forderung nach einer Entflechtung bei Paylife seitens der EU. Die restlichen 24,9 Prozent an card complete hält die AVZ-Privatstiftung. Ein 2009 angedachter Verkauf der card complete war abgeblasen worden. (APA, 25.6.2012)

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