AnonAustria veröffentlicht weitere Scientology-Mails

20. Juni 2012, 10:45
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Verein geht mit Anwälten gegen Verbreitung der Inhalte vor

Anfang Juni haben die Netzaktivisten von Anonymous Österreich über ihren Twitter-Account die Veröffentlichung tausender E-Mails von Scientology Österreich bekanntgegeben. Die Mails wurden zum Download bereitgestellt und enthielten einige Informationen über die Struktur des Vereins, deren Kommunikationsverhalten und den Umgang mit Kritikern - der WebStandard berichtete.

Kritik an Medien

Nach dem Leak der Mails aus den Jahren 2010 und 2011 hat sich Scientology in einer Presseaussendung dazu geäußert und unter anderem Medien kritisiert, da "die Veröffentlichung der Tat diesen strafbaren Datenschutzverletzungen selbst Vorschub leisten."

10.000 Euro Strafe pro veröffentlichtem Mail

Am Dienstag hat der Scientology-Aussteiger Wilfried Handl in seinem Blog bekanntgegeben, eine Strafandrohung von 10.000 Euro von Scientology Österreich bekommen zu haben. Handl hat geleakte Mails auf seinem Blog veröffentlicht und sich dazu geäußert. Die Unterlassungserklärung, die Handl unterschreiben sollte, würde ihn dazu verpflichten keine weiteren Mails von Scientology zu veröffentlichen, andernfalls drohen ihm 10.000 Euro Strafe "je Gesetzesübertretung".

Drastisches Vorgehen als "bahnbrechender PR-Erfolg"

Nach Bekanntwerden der Strafandrohung hat Anonymous, wieder über Twitter, weitere Mails von Scientology Österreich veröffentlicht, diese stammen jedoch aus der Zeit nach dem Leak. In diesen Mails bezeichnet Scientology sein radikales Vorgehen gegen Gegner als "bahnbrechenden PR-Erfolg" und plant Wilfried Handl mit einer Dokumentation über seine bereits geschiedene Ehe in der Öffentlichkeit schlecht darzustellen. Weiters wird Handl von Scientology Österreich als "stiller Anführer" von Anonymous bezeichnet, gegen den vorgegangen werden muss. So bezeichnet Scientology dieses Vorgehen als "Final handling des mainattackers [sic!]". Auch finanzielle Abläufe für Anwälte und Gericht werden in den Emails ausführlich diskutiert.

Zu den neuen Leaks gibt es von Scientology noch keine Stellungnahme. Scientology wird in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet, in Österreich gilt sie als Verein, in den USA ist sie eine steuerbefreite Religionsgemeinschaft. (iw, derStandard.at, 20.6.2012)

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    Anonymous lässt nicht locker: Weitere Mails sind veröffentlicht worden

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