Die Alternative in Rio: Der Gipfel der Völker

18. Juni 2012, 14:53
posten

Hunderte Zelte und Stände bringen Farbe in den grauen Gipfel - viele lehnen den offiziellen Gipfel ab

Neben der offiziellen UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung haben sich hier in Rio de Janeiro Hunderte von Organisationen zusammengefunden, um einen Alternativgipfel abzuhalten. Dieser Gipfel findet an einem wunderschönen Strand mit Blick auf den berühmten Zuckerhut statt. Es gibt viel zu sehen. Indigene Amazonasbewohner mit ihrem Kopfschmuck, die Gewerkschaften, Parteien, die Zivilgesellschaft, Menschenrechtler, Umweltaktivisten, Bio-Firmen - es sind Hunderte von Zelten und Ständen, die Farbe in den grauen Gipfel bringen. Der Gipfel der Völker trifft sich im Park der Flamingos, 45 Kilometer entfernt vom offiziellen UN-Gipfel. Von morgens bis abends gibt es Diskussionsrunden, Reden, Aktionen, Musik, Tanz und Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern. Es sieht fast aus wie eine Mischung aus Karneval von Rio und Donauinselfest.

Viele Besucher des Alternativgipfels lehnen den offiziellen Gipfel ab. Denn sie sagen, dass viele gesellschaftliche Kräfte ausgeschlossen wurden. Sie glauben nicht an eine grüne Wirtschaft und misstrauen den Delegierten der Länder, denen es nicht um die Rettung der Welt, sondern nur um nationale Pfründe geht. Und das bringen sie lautstark und farbenfroh zum Ausdruck.

Ganz unrecht haben die Aktivisten nicht, denn wenn man sich den bisherigen Entwurf ansieht, dann wimmelt er von allgemeinen und leeren Phrasen, Unverbindlichkeiten, Inaussichtstellungen und zurückhaltenden Formulierungen. Unsere WWF-Experten sprechen den ganzen Tag mit den Delegierten und Diplomaten und versuchen sie zu überzeugen, dass es hier nicht um leere Papiere geht, sondern Rio+20 ein Handbuch für die Rettung der Welt produzieren soll. Es wäre schön, wenn die Aktivisten am Alternativgipfel nicht Recht behalten und der UN-Gipfel nicht zu einem Riominus20 wird.


(Felix Gnehm vom WWF Schweiz über den Stand der Verhandlungen; Quelle: YouTube)


Franko Petri vom WWF Österreich berichtet vom UN-Gipfel über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro.

  • Musikalischer Protest von Indigenen gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes
    foto: wwf/franko petri

    Musikalischer Protest von Indigenen gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes

  • Artikelbild
    foto: wwf/franko petri
Share if you care.