Todesfall am Nova Rock: Riss der Hauptschlagader war Ursache

13. Juni 2012, 17:27
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24-jähriger Niederösterreicher obduziert - Ärzte "chancenlos" - Staatsanwaltschaft: Kein Hinweis auf Fremdverschulden

Eisenstadt - Nach dem Tod eines 24-jährigen Niederösterreichers vergangenen Freitag beim Nova Rock Festival in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) ist am Dienstag die Obduktion durchgeführt worden. "Sie hat ergeben, dass die Hauptschlagader gerissen ist und in den Herzbeutel geblutet hat. Daran ist der junge Mann verstorben", sagte Magdalena Wehofer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, am Mittwoch. Aus medizinischer Sicht seien die Ärzte in so einem Fall "chancenlos", so Primar Dr. Luc Bastian, Vorstand der Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Kittsee.

Um festzustellen, wie es zu dem Riss in der Aorta kam, sollen noch histologische und toxikologische Untersuchungen durchgeführt werden. "Aufgrund des vorläufigen Obduktionsergebnisses schaut es nicht nach Fremdverschulden aus", meinte Wehofer: "Es dürfte sich wirklich um einen Unglücksfall gehandelt haben." Man warte nun noch auf das abschließende Gutachten, das in einigen Wochen vorliegen soll.

Vergebliche Reanimationsversuche

Der 24-Jährige war Freitagnachmittag am Festivalgelände zusammengebrochen. Notärzte führten fast 40 Minuten Reanimationsmaßnahmen durch. Sie konnten dem jungen Mann jedoch nicht mehr helfen. Der Niederösterreicher starb am Weg ins Krankenhaus.

Bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz war den Journalisten am Freitag mitgeteilt worden, der Niederösterreicher habe an einem Herzfehler gelitten. Diese Information sei von Angehörigen gekommen, die nach dem Vorfall betreut worden seien, so ein Sprecher vom Roten Kreuz im Burgenland.

Ein Riss der Hauptschlagader sei absolut tödlich, so Primar Bastian: "Auch in einem Krankenhaus kann man das nicht beherrschen. Das muss man sich vorstellen wie ein Wasserschlauch, der platzt", meinte der Mediziner. Man könne einen Vergleich ziehen zum Tod von Innenministerin Liese Prokop (V), die am 31. Dezember 2006 den Folgen eines Aorta-Risses erlag.

"Keine Chance" für 24-Jährigen

Bei dem jungen Niederösterreicher habe sich der Riss gleich hinter dem Herzen befunden, etwa zwei Zentimeter hinter der Herzklappe: "Dadurch ist das Blut dann in den Herzbeutel geronnen." Da gebe es keine Chance.

"Das ist ein tragisches Ereignis", meinte Bastian. Mit der Gerichtsmedizin untersuche man nun, ob die Erkrankung bei dem 24-Jährigen genetisch bedingt gewesen sei. Das sei in diesem Alter fast immer der Fall. Es gebe ein Krankheitsbild, das genau diese Symptome erzeugen könne, so der Primar. Wenn man das Ganze zusammen betrachte, könne man davon ausgehen, das ein erweiterter Herzfehler vorgelegen habe. (APA, 13.6.2012)

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