Breiviks Kinderarzt vermutet Asperger-Syndrom bei Oslo-Attentäter

8. Juni 2012, 16:02
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Per Olov Naess behandelte Massenmörder im Alter von vier Jahren nach Trennung von Mutter

Oslo - Der seinerzeitige Kinderpsychiater des geständigen norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik vermutet, dass sein ehemaliger Patient unter dem so genannten Asperger-Syndrom leidet. Psychiater Per Olav Naess sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Norwegischen Rundfunk NRK, es sei jedenfalls "sehr wahrscheinlich", dass Breivik seit seiner Kindheit unter der dem Autismus verwandten Persönlichkeitsstörung leidet.

Naess zufolge reicht diese Diagnose jedoch nicht aus, um die Taten und Handlungsmuster Breiviks zu erklären. Er würde insgesamt wohl zu dem Schluss kommen, dass Breivik bei der Durchführung seiner beiden Terroranschläge zurechnungsfähig gewesen ist, sagte der Arzt laut NRK.

Der Prozess gegen Breivik wurde unterdessen in Oslo fortgesetzt. Im Fokus der Verhandlung stand am Freitag die Psyche des Massenmörders, der am 22. Juli vergangenen Jahres insgesamt 77 Menschen getötet hatte. Psychiater Naess war als Zeuge geladen. Naess hatte Breivik im Alter von vier Jahren untersucht, als dieser von seiner Mutter zwangsweise getrennt wurde. (APA, 8.6.2012)

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    Auch Ulrik Fredrik Malt, Professor für Psychatrie, sprach vor dem Gericht über Breiviks Psyche.

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