SPÖ-Klubobmann Illedits fordert Entschuldigung - Halper bleibt bei Systemkritik

16. Oktober 2003, 20:53
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Gerichtsmedizinische Untersuchung widerlegte Vorwurf aus dem Buch

Eisenstadt - In der zur Wochenmitte neu aufgeflammten Debatte um die im Buch "tatort Spital" geäußerte Kritik eines Pathologen am burgenländischen Spitalswesen forderte am Freitag SPÖ-Klubobmann Christian Illedits eine Entschuldigung von ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Halper. Ein zentraler Fall aus dem Buch "tatort Spital", sei nun widerlegt: "Eine öffentliche Entschuldigung des ÖVP-Landesgeschäftsführers wäre jetzt die einzig angemessene Reaktion", erklärte Illedits.

Im Buch "tatort Spital" wurde unter anderem der Vorwurf erhoben, einer Spitalspatientin wäre in Kittsee im Herbst 2000 nach einer Probenverwechslung irrtümlich der Magen entfernt worden, obwohl kein Krebs vorlag. Ein gerichtsmedizinisches Gutachten bestätigte jedoch, dass es zu keinem Vertauschen der Proben kam. Dass sich die betroffenen Ärzte und die KRAGES zur Vorbereitung von Klagen gegen den "Tatort Spital"-Autor entschlossen hätten, halte er für richtig, so Illedits. Von der ÖVP erwarte er sich nun "eine Rückkehr zu einer sachlichen Debatte".

"Systemmängel"

Die "Systemmängel", die er angehe, seien die gleichen geblieben, er sehe "keinen Grund", von seiner Systemkritik abzugehen, sagte ÖVP-Landesgeschäftsführer Halper. "Ich würde nicht anstehen, mich zu entschuldigen, wenn man mir vorwerfen kann, dass ich Systemmängel aufzeige, die dann tatsächlich nicht passieren", so Halper. Dass man "erst jetzt" eine DNA-Analyse mache, sei für ihn "ein Beweis dafür, dass diese Sachen tatsächlich so passieren, nämlich, dass man versucht, zu vertuschen, dass man unsauber vorgeht bei der Aufklärung dieser Sachen", so der Landesgeschäftsführer.(APA)

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