Transitforum will weitere Lärmschutzwände im Unterinntal

20. Juni 2003, 14:58
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Obmann Gurgiser fordert Neuverteilung der Mautgelder

Innsbruck - Die rasche Errichtung weiterer Lärmschutzwände im Unterinntal hat am Freitag das Transitforum Austria-Tirol gefordert. Obmann Fritz Gurgiser verlangte in diesem Zusammenhang, dass die Mauteinnahmen der Alpen Sraßen AG neu verteilt und "in die Gesundheit der Menschen" investiert werden.

"Vor über zehn Jahren haben wir Flüsterasphalt und Lärmschutzwände auf der Straße sowie Lärmschutz an Eisenbahnen in Angriff genommen und durchgesetzt", sagte Gurgiser bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Viel sei inzwischen geschehen. Mittlerweile gebe es aber neue Erkenntnisse und Belastungen. "Die Anrainer von Kufstein, Münster, Kramsach, Vomp, Terfens oder Baumkirchen beklagen sich zunehmend über den Lärm", erklärte der Transitforum-Obmann. Jetzt sei es notwendig, "verschiedene Prioritäten neu zu reihen".

Von der Alpen Straßen AG würden jedes Jahr zwischen 130 und 140 Mio. Euro nach Wien abgeführt. Von 1996 bis 2002 seien es rund 878 Mio. Euro gewesen, rechnete Gurgiser vor. Davon würde seitens der Asfinag "nur ein lächerliches Prozent", rund elf Mio. Euro, in die "Verbesserung der Lebensqualität" in Tirol und Vorarlberg fließen, kritisierte er. Das Transitforum forderte daher eine Neuverteilung der Mautgelder "hin zu mehr Gesundheit". Der Lärmschutz sei ein "elementares Grundrecht". "Die Maßnahmen gehören an der Straße gemacht. Die Leute können sich nicht hinter den Fenstern einsperren", meinte Gurgiser. Er wolle im Unterinntal eine "Kurort-Qualität" haben, sagte er auch im Hinblick auf die Wirtschaft und den Tourismus.

Das Transitforum kündigte einmal mehr "Versammlungen" auf der Autobahn bzw. Bundes-oder Landesstraße an. Erstmals könne auch die Eisenbahnstrecke blockiert werden, meinte Gurgiser. Einen genauen Termin dafür wollte er vorerst allerdings nicht nennen. (APA)

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