Schütze nach Amokalarm an deutscher Schule festgenommen

22. Mai 2012, 15:33
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14-Jähriger gab mehrere Schüsse ab - Niemand verletzt

Memmingen - Ein 14-Jähriger hat an seiner Schule im bayerischen Memmingen geschossen und sich anschließend auf einem Sportplatz verschanzt. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei konnten Beamte den bewaffneten Jugendlichen am Dienstagabend festnehmen. Verletzt wurde niemand. Der Achtklässler hatte mittags, vermutlich nach einem Streit mit Mitschülern, am Eingang der Schule einen Schuss abgegeben und war geflüchtet. Ein Großaufgebot von Polizisten mit Hunden und Hubschraubern entdeckte den Jugendlichen dann am Nachmittag auf dem Sportplatz.

14-Jähriger gab zunächst nicht auf

Der 14-Jährige gab trotz der ausweglosen Lage zunächst nicht auf. Eine Verhandlungsgruppe der Polizei nahm Gespräche mit ihm auf. Dennoch feuerte der Jugendliche immer wieder Schüsse ab, wie ein Polizeisprecher berichtete. Nach Augenzeugenberichten ergab sich der Jugendliche schließlich doch den Beamten. In ersten Meldungen war sein Alter mit 15 Jahren angegeben worden.

In dem Sportheim auf dem Gelände hielt sich am Abend auch noch eine Gruppe von etwa 15 Kindern und Erwachsenen auf. Sie war aber nach Angaben des Polizeisprechers in Sicherheit. Er bestätigte, dass der 14-Jährige mehrfach geschossen habe, "aber nicht gezielt auf Polizisten".

Wie Augenzeugen berichteten, verschanzten sich Polizisten hinter einem Holzstapel. Augenzeugen berichteten auch, dass der Jugendliche sich öfter eine seiner vermutlich zwei Waffen an den Kopf hielt.

Streit zwischen Mitschülern

Drei Schüler hätten den 14-Jährigen mittags am Eingang des Gebäudes mit Waffen in der Hand gesehen und den Schuss gehört. Danach flüchteten die etwa 280 Schüler sofort mit den Lehrern in die Klassenzimmer und verschanzten sich darin. Mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen wurden sie aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen. Laut ersten Aussagen von Mitschülern hatte es zwischen dem Jugendlichen und Mitschülern vor dem Schuss einen Streit gegeben.

Ein Lehrer alarmierte gegen 12.30 Uhr die Polizei. Hubschrauber überflogen das Gelände. Die Schule wurde von Spezialeinheiten durchsucht. Der mutmaßliche Täter sei Schüler einer 8. Klasse. Laut Bayerischem Rundfunk könnten die Waffen seinem Vater gehören, eine Bestätigung dafür gab es nicht. "Wir ermitteln jetzt im Umfeld des Jungen, bei Freunden und der Familie", sagte ein Polizeisprecher.

Die betroffene Lindenschule ist eine Grund- und Hauptschule. Nach dem Einsatz wurden die Schüler um kurz nach 15.00 Uhr aus der Schule und mit Bussen an einen Sammelplatz gebracht, wo viele von ihren Eltern abgeholt wurden. Die Kinder und Jugendlichen wurden psychologisch betreut. (APA, 22.5.2012)

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