Konservative schließen vor Wahl die Reihen

21. Mai 2012, 14:36
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Nea Dimokratia nimmt abtrünnige Abgeordnete wieder auf - So wollen sie stärkste Kraft im Parlament werden

Athen - Knapp vier Wochen vor den Neuwahlen in Griechenland schließen die Konservativen die Reihen, um klar stärkste Kraft im Parlament zu werden. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Montag aus Kreisen der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) erfuhr, steht die Rückkehr der Chefin der kleinen bürgerlichen Partei Demokratische Allianz, Dora Bakogianni, und ihrer Mitstreiter in die Reihen der ND kurz bevor.

Auch ehemalige Abgeordnete der rechtsorientierten Völkischen Orthodoxen Gesamtbewegung (Laos) sollen in den kommenden Tagen in die Mutterpartei Nea Dimokratia zurückkehren. Wegen der Zersplitterung der Parteienlandschaft war nach der letzten Abstimmung keine regierungsfähige Mehrheit zustande gekommen, nun müssen die Griechen am 17. Juni neu wählen.

Von den Rückkehrplänen Bakogiannis berichteten auch griechische Medien unter Berufung auf Kreise der Demokratischen Allianz. Die Aktion sollte am Nachmittag bekanntgegeben werden. Bei den Wahlen am 6. Mai hatten die Konservativen 18,85 Prozent bekommen. Zweitstärkste Kraft war die linksradikale SYRIZA mit 16,8 Prozent geworden.

Nach Umfragen zeichnet sich ein dramatisches Rennen um den ersten Platz zwischen SYRIZA, die das Sparprogramm auf Eis legen will, und den Konservativen ab, die am Reformkurs festhalten wollen. Die Sozialisten der PASOK könnten als dritte Kraft den Konservativen zur Mehrheit verhelfen.

Die kleine Partei der ehemaligen Außenministerin und Athener Bürgermeisterin Bakogianni war bei den jüngsten Wahlen mit 2,55 Prozent an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert - und will die Arbeit demnächst einstellen. Bakogianni gilt als eine der wichtigsten proeuropäischen Persönlichkeiten des konservativen Lagers. Sie war 2010 aus der Nea Dimokratia ausgeschlossen worden, weil sie sich für das erste Spar- und Reformpaket für Griechenland ausgesprochen hatte. Die ND war damals noch gegen das Sparprogramm, heute befürwortet sie es, fordert aber dringend Maßnahmen für mehr Arbeitsplätze. (APA, 21.5.2012)

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    ND-Chef Antonis Samaras.

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