Entführer von 15-Jähriger hatte Vergewaltigung genau geplant

12. Mai 2012, 13:41
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44-Jähriger hatte Inserat gezielt geschaltet - Nach eigenen Angaben in Deutschland schon 25 Jahre in Haft und Anstalten

Graz - Jener 44-jährige deutsche Staatsbürger, der in der Nacht auf Donnerstag eine 15-jährige Grazerin entführt und vergewaltigt hat, ist am Samstag in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert und dem Haftrichter vorgeführt worden. Schon davor hatte er die Tat vollinhaltlich gestanden und auch eingeräumt, das Babysitter-Inserat im Internet gezielt zum Zwecke des geplanten sexuellen Übergriffes geschaltet zu haben, wie es von der Staatsanwaltschaft Graz hieß.

Insgesamt soll der 44-jährige Mann in Deutschland 25 Jahre in Haft und in Maßnahmen, d.h. in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher, gewesen sein. Er war mehrfach wegen einschlägiger Sexualdelikte und auch wegen Diebstahls verurteilt worden. Diese Angaben habe der Verdächtige bei den polizeilichen Einvernahmen gemacht, sie müssten noch überprüft werden, so Hans Jörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.

Verheirateter Familienvater

In Graz war er seit Anfang April zur Umschulung - er wollte seinen Job bei einer Security-Firma aufgeben und in den Bahnbereich wechseln. In Deutschland ist der Mann verheiratet und hat vier Kinder, ein Kleinkind und drei größere, die seine Frau in die Ehe mitgebracht hat. Dass die Frau eine rechtsradikale NDP-Politikern ist, wie die Tageszeitung "Österreich" (Samstag-Ausgabe) berichtete, wurde von Bacher nicht betätigt.

Geklärt haben sich mittlerweile auch die Vorgänge rund um den Unfall Donnerstag früh, der den zehnstündigen Horrortrip des 15-jährigen Mädchens beendete: Der Entführer war infolge Sekundenschlafs von der Fahrbahn abgekommen, der Kleinwagen hatte sich überschlagen. Beide Insassen, also Opfer und Täter, wurden ins UKH Kalwang gebracht. Um die Spuren zu verwischen, hatte der 44-Jährige einen falschen Namen für das Mädchen angegeben. Das Opfer nutzte aber die Gelegenheit, als sie von ihrem Peiniger getrennt wurde, und vertraute sich dem Arzt an.

Täter suchte "Babysitterin" per Inserat

Davor waren die beiden ziellos herumgefahren. Zuerst Richtung Süden, wo an der slowenisch-kroatischen Grenze Endstation war: Die junge Grazerin hatte keinen Pass dabei.

Begonnen hatte das Martyrium der 15-Jährigen am Mittwochabend: Aufgrund eines Inserats des 44-Jährigen, der per Internetplattform kurzfristig jemand zum Babysitten suchte, traf sich das Mädchen mit dem Einverständnis ihrer Mutter mit dem Mann und stieg gegen 20.30 Uhr zu ihm ins Auto. Nach kurzer Fahrt Richtung Osten und dann nach Slowenien kam es dann zu den Übergriffen. Der Gewalttäter bedrohte sein Opfer mit einer Schusswaffe, die sich später als Schreckschusspistole herausstellte.

Die Polizei war von der Mutter des Mädchens alarmiert worden, nachdem ein Anruf abrupt abgebrochen war und sie zuvor im Hintergrund das Weinen der Tochter gehört hatte. Nicht geklärt ist, warum der Mann einerseits seine Spuren zu verwischen trachtete, andererseits seine richtige Telefonnummer und seinen echten Namen verwendet hatte und mit einem Firmen-Pkw mit Aufschrift unterwegs war. (APA, 12.5.2012)

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