Lauter Protest gegen den Lärm an der A8

8. Mai 2012, 19:13
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Seit mehr als 20 Jahren kämpfen Anrainer gegen den Verkehrslärm an der Innkreisautobahn an. Aktuell steht eine tägliche Autobahnsperre auf dem Protestplan

Linz - Auf der Innkreisautobahn (A8) ist dieser Tage der Stau programmiert. Verantwortlich dafür ist aber nicht das gewohnt starke Verkehrsaufkommen auf der Transitroute sondern der Volkszorn. Konkret die lärmgeplagten Anrainer. Seit gut zwanzig Jahren wird entlang der A8 um einen entsprechenden Lärmschutz gestritten. Doch längst wird nicht mehr nur noch am grünen Tisch debattiert. So blockieren noch bis kommenden Donnerstag die Innviertler täglich ab 19.30 die Autobahn für 20 Minuten.

Aktueller Grund, warum es am Asphalt zwischen den Ortschaften Aistersheim, Weibern, Haag und Pram glüht, ist der Start der zweiten Bauetappe der Generalsanierung der Innkreisautobahn von Meggenhofen bis Haag. Statt der, gesetzlich festgelegten, Maximalhöhe von 5,5 Metern sollen die Lärmschutzwände im Zuge der zweiten Bauetappe deutlich niedriger werden.

"Etwa im Bereich Weibern-Pesendorf soll statt einer 13.500m² großen Lärmschutzwand nur ein 9200m² großer Lärmschutz gebaut werden", kritisiert Stephan Rechberger vom Verein "Schutzgemeinschaft Lebensraum A8" im Gespräch mit dem Standard. Man habe den Anrainer " deutlich mehr" versprochen. Rechberger: "Es gibt etliche schriftliche Zusagen seitens der Politik und der Asfinag. Die Menschen haben darauf vertraut, dass sie bleiben können und der Lärmschutz im Rahmen der Generalsanierung gebaut wird."

Das Maß der Dinge

Und es werde "mit zweierlei Maß gemessen. "Beim ersten Abschnitt von Pichl nach Meggenhofen wurde der lärmmindernde Splitmastix-Asphalt nicht mit eingerechnet. Jetzt jedoch sehr wohl. Das bedeutet gemeinsam mit Änderungen bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung weniger Lärmschutz für die Anrainer als im ersten Abschnitt."

Vonseiten der Asfinag kann man den Innviertler Autobahn-Protesten erwartungsgemäß nur wenig abgewinnen. In ganz Österreich würden dieselben Lärmschutz-Richtlinien gelten, daran halte man sich auch entlang der A8. Und man müsse daher auch technische Neuerungen wie einen schallabsorbierenden Belag mit einem Schutzwert einrechnen. Am vergangenen Montag beschäftigte der Vekehrslärm auch die oberösterreichische Politspitze.

Laut dem grünen Umweltlandesrat Rudi Anschober habe die Landesregierung in ihrer Sitzung die Forderung nach einer dauerhaften Section Control auf der A8 beschlossen. Der Antrag soll an die zuständige Infrastrukturministerin Doris Bures übermittelt werden. "Eine Farce" kommentiert Lärmgegner Rechberger den Vorschlag aus dem Landhaus: "Laut Gesetz darf eine Section-Control nur aus Sicherheits- und nicht aus Lärmschutzgründen dauerhaft installiert werden." (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 9.5.2012)

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    Rund 400 lärmgeplagte Anrainer blockierten am Montag die Innkreisautobahn. Die Gemeindräte der betroffenen Orte verlegte ihre Sitzungen kurzerhand ebenfalls auf den Fahrstreifen.

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