Out - Champion Dallas stinkt im Play-off ab

6. Mai 2012, 11:46
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Mavericks scheiterten mit 0:4 an Oklahoma als erst dritter Champion gleich zum Auftakt - Bulls ebenfalls vor dem Aus

Dallas - Die Dallas Mavericks und ihr deutscher Star Dirk Nowitzki sind als Champions bereits in der ersten Play-off-Runde der NBA gescheitert. So wie zuletzt Miami im Jahr 2007 schied auch Dallas als Titelverteidiger bereits im Achtelfinale mit 0:4 aus, die 97:103-Niederlage in der eigenen Arena am Samstag gegen Oklahoma City Thunder bedeutete das Ende. Vor dem Einzug ins Conference-Halbfinale stehen im Westen neben Oklahoma auch die San Antonio Spurs, die nach einem 102:90 bei den Utah Jazz in der Serie mit 3:0 vorne liegen. Die Los Angeles Clippers gingen durch das 87:86 gegen die Memphis Grizzlies mit 2:1 in Führung. Im Osten führen die Indiana Pacers nach dem 101:99 nach Verlängerung bei den Orlando Magic mit 3:1.

Dallas führt zwar nach drei Vierteln mit 13 Punkten Vorsprung, doch der Schlussabschnitt gehörte mit 35:16 Punkten eindeutig Oklahoma. "Ich denke, sie hatten mehr Waffen als wir", stellte Nowitzki frustriert fest. Der Deutsche war mit 34 Punkten bester Werfer des Abends, hatte dem starken Schlussspurt der Gäste jedoch ebenso wenig entgegenzusetzen wie seine Nebenleute. Dallas wurde als erst dritter NBA-Champion bereits zum Playoff-Auftakt eliminiert.

Überragender Akteur bei Oklahoma war Bankspieler James Harden. 15 seiner insgesamt 29 Punkte gelangen ihm im letzten Abschnitt. "Wir haben nie aufgegeben", sagte Kevin Durant, der 24 Punkte und 11 Rebounds beisteuerte. Oklahoma trifft nun auf den Gewinner der Serie zwischen den Denver Nuggets und den Los Angeles Lakers.

"Kein Spitzenteam"

Warum es für die Mavericks in diesem Jahr nicht zu mehr gereicht hat, wurde bei der Abschiedsvorstellung erneut überdeutlich. Nowitzki präsentierte sich wieder einmal stark und war in der heißen Phase der Spieler, über den alles lief. Aber genau hier liegt das Problem. Der Deutsche ist viel zu oft ganz auf sich allein gestellt.

"Wenn du ein Spitzenteam sein willst, musst du zwei oder drei Spieler haben, die eine Partie herumreißen können. Das liegt auf der Hand. Ich denke, Oklahoma hatte einfach mehr spielerische Waffen als wir", sagte er. Der 33-Jährige erzielte im Alleingang die letzten neun Punkte der Mavericks, allerdings fast ausschließlich von der Freiwurflinie. Dallas traf in den letzten 5:47 Minuten kein einziges Mal aus dem Feld. Diesmal reichte sogar die doch deutliche Führung vor dem Schlussviertel nicht aus, um den überlebenswichtigen Sieg zu holen.

"Wir waren einfach nicht konstant genug, um ein Spitzenteam zu sein", zog Nowitzki eine ernüchternde Bilanz und kritisierte gleichzeitig die Transferpolitik seines Klubs. "Wir als Spieler waren im Dezember schon darüber enttäuscht, dass die Mannschaft nicht zusammengeblieben ist. So viel steht fest", sagte der Würzburger. Klubbesitzer Mark Cuban hatte sich entschieden, Schlüsselfiguren wie Tyson Chandler, J.J. Barea oder DeShawn Stevenson ziehen zu lassen.

Das Team muss und wird im kommenden Jahr ein neues Gesicht bekommen. Viele Verträge laufen aus, außerdem soll Nowitzki ein weiterer echter Star an die Seite gestellt werden. Als einer der Kandidaten gilt Deron Williams von den New Jersey Nets. Jason Kidd, ältester Spieler einer überalterten Mannschaft, will auch mit 39 Jahren weitermachen. Er hatte besonders mit der auf 66 Spiele verkürzten Saison zu kämpfen und war oft verletzt.

Bulls auf den Hörnern

Mit den Chicago Bulls steht ein weiterer prominenter Vertreter vor dem Aus. Das beste Team der Hauptrunde verlor am Sonntag beim 82:89 bei den Philadelphia 76ers die dritte Partie nacheinander und liegt in der best-of-seven-Serie mit 1:3 zurück. Philadelphia kann bereits am Dienstag (Ortszeit) in Chicago den entscheidenden vierten Sieg schaffen und damit erst als fünfter Club in der NBA-Geschichte ein topgesetztes Team in der ersten Runde ausschalten.

Neben dem verletzten Aufbauspieler Derrick Rose (Kreuzbandriss) mussten die Bulls auch auf ihren französischen Center Joakim Noah mit einer Knöchelblessur verzichten. (APA/sid, 6.5.2012)

Ergebnisse der NBA - Play-off-Achtelfinale (best of seven):

Eastern Conference (Viertelfinale):

Orlando Magic - Indiana Pacers 99:101 n.V. Stand der Serie 1:3

Western Conference (Viertelfinale):

Utah Jazz - San Antonio Spurs 90:102. Stand 0:3

Los Angeles Clippers - Memphis Grizzlies 87:86. Stand 2:1

Dallas Mavericks - Oklahoma City Thunder 97:103. Stand 0:4 (Oklahoma im NBA-Viertelfinale)

Philadelphia 76ers - Chicago Bulls 82:89 Stand in der Serie 3:1

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    Dirk & Co. sehen sich den Rest der Saison vor dem Fernseher an.

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