Spanien will Banken von faulen Krediten befreien

3. Mai 2012, 20:02
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Staat hat bereits 18 Milliarden Euro in Bankensektor gepumpt. Regierung plant Regeln für "Bad Banks"

Barcelona - Spanien will seine kriselnden Banken von faulen Krediten - vom Totalverlust bedrohten Ausleihungen - befreien. Die Regierung will seinen angeschlagenen Finanzsektor aber nicht zur Auslagerung von Risikopapieren in Auffanggesellschaften zwingen. "Dies soll freiwillig geschehen", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag. Die spanische Zentralbank solle die verschiedenen Lösungen der Geldhäuser jedoch koordinieren.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos hatte kurz zuvor gesagt, dass die Regierung in den nächsten Tagen oder Wochen die Art und Weise regulieren wolle, wie die krisengeschüttelten Kreditinstitute ihre giftigen Wertpapiere losschlagen sollen.

Altlasten lasten

Das hoch verschuldete Spanien arbeitet derzeit gemeinsam mit großen Investmentbanken an einem Befreiungsschlag für den Finanzsektor. Dabei geht es um eine Auslagerung von Altlasten aus den Bilanzen der Geldhäuser, die nach dem Platzen einer Immobilienblase auf einem Berg fauler Papiere in Milliardenhöhe sitzen. Der spanische Staat erwägt Kreisen zufolge eine sogenannte "Liquidationsstruktur" (LS) für Giftpapiere - mit anderen Worten eine 'Bad Bank'.

Spanien hat bereits 18 Milliarden Euro in den Bankensektor gepumpt, Banken zu Abschreibungen und Wertberichtigungen in erheblichem Umfang gezwungen und angeschlagene Geldinstitute unter seine Fittiche genommen. Doch einige Analysten erwarten, dass all dies nicht ausreichen wird, da die Immobilienpreise noch um bis zu 30 Prozent fallen dürften. De Guindos hat jedoch ausgeschlossen, einen Antrag auf internationale Hilfen für den Bankensektor zu stellen. (APA/red, 4.5.2012)

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