Andritz: Analysten sehen Umsatz- und Ergebnissteigerung

2. Mai 2012, 16:29
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Wien - Für die am kommenden Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Erstquartalsergebnisse des heimischen Anlagenbauers Andritz sehen Bankanalysten klare Umsatz- und Ergebniszuwächse bei gleichzeitig rückläufigem Ordereingang. Im Mittel prognostizieren die Experten der Erste Group, Berenberg Bank und Raiffeisen Centrobank (RCB) ein Nettoergebnis von 43,9 (Vorjahr: 37,0) Mio. Euro, das entspräche einem Zuwachs von knapp 19 Prozent.

Die Analysten stellen sich einheitlich auf eine Erholung des Auftragseingangs gegenüber dem Schlussquartal 2011 ein. Das starke Vorjahresquartal werde beim Ordereingang aber unerreicht bleiben, so die Experten unisono. Bernhard Selinger von der RCB verweist zur Erklärung für das hohe Vorjahresniveau auf die im ersten Vierteljahr 2011 eingebuchte Eldorado Papel e Celulose Greenfield Pulp-Mill-Order in Brasilien in Höhe von über 300 Mio. Euro.

Im diesjährigen Auftaktquartal habe es indes keine Großaufträge gegeben, stattdessen werde der Auftragsstand von kleinen bis mittelgroßen Orders aus den Sparten Hydro und Pulp & Paper getragen, schreibt Selinger in einer aktuellen Studie. Im Schnitt gehen die Analysten von einem Auftragsstand von 1,165 (1,666) Mrd. Euro aus, das wäre ein Minus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

"Gestützt von einem starken Auftragsstand von 6,7 Mrd. Euro per 31. Dezember 2011 erwarten wir für die Andritz ein Umsatzwachstum um 12 Prozent im ersten Quartal 2012", kommentierte Erste-Analyst Gerald Walek in seiner jüngste Studie die zu erwartende Umsatzentwicklung. Im Schnitt dürften die Umsatzerlöse laut APA-Konsensusschätzung bei 1,048 nach 0,924 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum liegen.

In die Umsätze fließe auch die teilweise Abarbeitung der Eldorado und Montes del Plata Greenfield Pulp-Mill-Orders ein, erläuterte RCB-Experte Selinger. Da diese sehr kompetitiv gepreist seien, erwartet er margenseitig für das saisontypisch schwächere Auftaktquartal Niveaus leicht unter dem Vorjahresquartal. Bereits der finnische Mitbewerber Metso habe anlässlich seiner Zahlenvorlage auf den starken Preisdruck in der Branchen verwiesen, sagte Selinger. Das drücke die Margen.

Operativ prognostizieren die Experten ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 76,5 (68,7) Mio. Euro, das entspräche einem gut elfprozentigen Aufschlag gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In vergleichbarer Größenordnung sehen sie auch das Betriebsergebnis (EBIT) sowie das EBITA zulegen. Hier stellen sie sich auf Zuwächse um gut 13 Prozent auf 58,9 (52,0) Mio. Euro respektive 15 Prozent auf 64,6 (56,1) Mio. Euro ein.

Insgesamt erwarten die Berenberg-Analysten Stephan Klepp und Dominik Podewils "ein solides Zahlenwerk mit wenigen Überraschungen", wie sie in ihrem jüngsten Andritz-Kommentar schreiben. Aktuell bewerten sie die Aktie mit "hold", wohingegen die Erste- und RCB-Analysten die Kaufempfehlungen "accumulate" bzw. "buy" aussprechen. (APA, 2.5.2012)

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