Heimvorteil für den Weltmeister und den Vize

2. Mai 2012, 16:26
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Finnland und Schweden kämpfen gegen Heimfluch - Erst­mals seit 82 Jahren grenzüber­schreitendes Turnier mit neuem Modus

Wien - Mit neuem Modus und im ersten grenzüberschreitenden Turnier seit 82 Jahren ermittelt die Eishockey-Elite ab Freitag ihren Weltmeister und die ersten Olympia-Teilnehmer. Finnland geht als Titelverteidiger in das Heimturnier von 4. bis 20. Mai in Helsinki und Stockholm, Schweden als Vize-Weltmeister. Die beiden skandinavischen Veranstalter sind bei einer Heim-WM bisher aber noch ohne Gold. Bei der 76. A-WM werden auch die ersten neun Plätze für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi vergeben.

In Finnland haben im Vorjahr bei der Siegerparade rund 100.000 Menschen den zweiten WM-Titel nach 1995 gefeiert. Dank fünf Treffern im Schlussdrittel hatte die Mannschaft von Teamchef Jukka Jalonen im Finale von Bratislava den Lokalrivalen Schweden mit 6:1 deklassiert.

Kampf gegen den Heimfluch

Nun hofft das Suomi-Team ebenso wie Schweden, den Heimfluch bei Weltmeisterschaften beenden zu können. Denn seit Moskau 1986 hat keine Mannschaft bei einer Heim-WM triumphiert. Finnland blieb bei den bisherigen sechs Heimturnieren ganz ohne Medaille. Schweden hat bei neun Weltmeisterschaften im eigenen Land zwar schon fünfmal Silber geholt, aber noch nie Gold. Finnland hat in allen Spielen in der 13.349 Zuschauer fassenden Hartwall-Arena Heimvorteil, Schweden bestreitet seine Gruppenspiele und das geplante Viertelfinale im Globen von Stockholm (13.850).

Finnlands Teamchef Jukka Jalonen hat nur vier NHL-Spieler im Kader, aber 15 Weltmeister des Vorjahres, darunter auch Mikael Granlund. Der damals 19-jährige Stürmer hatte mit einem spektakulären Tor für die Szene der WM 2011 gesorgt. Im Halbfinale gegen Russland kurvte der Teenager hinter dem Tor hervor, legte sich in vollem Tempo den Puck auf die Schaufel seines Schlägers und versenkte ihn im Tor. Die Szene schmückt mittlerweile eine finnische Briefmarke.

Schweden, das auf das erste Gold seit 2006 losgeht, wird von Daniel Alfredsson (Ottawa Senators) und Henrik Zetterberg (Detroit Red Wings) angeführt. Die weiteren Titelkandidaten sind wie immer Rekordweltmeister Kanada, Russland und Tschechien. Das Quintett hat seit 2005 alle Medaillen unter sich ausgemacht.

Kanada ist zuletzt zweimal in Folge im Viertelfinale ausgeschieden. Trainer Brent Sutter führt diesmal aber ein starkes Team an. Mit dabei sind mit Torhüter Cam Ward, der beim 24. und bisher letzten Titel 2007 dabei war, die Verteidiger Duncan Keith und Dion Phaneuf sowie die Stürmer Ryan Getzlaf, Corey Perry, Jeff Skinner (bester Rookie der Saison 2010/11) und John Tavares, im Vorjahr bester WM-Scorer der Kanadier.

Russland hat mit Pawel Datsjuk (Detroit Red Wings) und Jewgenij Malkin (Pittsburgh Penguins) zwei der Topstars dieser WM dabei. Malkin war mit 109 Punkten (50 Tore, 59 Assists) bester Scorer im NHL-Grunddurchgang. Tschechiens Teamchef Alois Hadamczik hat sechs NHL-Spieler im Kader, die Slowakei baut nicht zuletzt auf den Abwehr-Hünen Zdeno Chara, der im Vorjahr die Boston Bruins zum Stanley Cup geführt hat.

Neuer Modus

In Skandinavien wird erstmals seit 1930, als WM-Spiele in Chamonix, Berlin und Wien stattgefunden haben, nicht nur in einem Land ausgetragen. Neu ist auch der Modus. Statt wie bisher in vier Vierergruppen wird die Gruppenphase in zwei Achtergruppen ausgetragen. Die vier erstplatzierten Mannschaften erreichen das Viertelfinale, die Gruppenletzten steigen ab und werden bei der WM 2013 (3. bis 19. Mai wieder in Stockholm und Helsinki) durch die Aufsteiger Österreich und Slowenien ersetzt.

Nach der WM stehen auch die ersten neun Olympia-Teilnehmer fest, die nach der Weltrangliste vergeben werden. Finnland, Schweden, Russland, Tschechien und Kanada haben ihr Ticket nach Sotschi so gut wie sicher, auch die USA sollten dabei sein. Zwischen der Schweiz, Deutschland, Norwegen und der Slowakei wird es voraussichtlich einen Vierkampf um die letzten drei offenen Plätze gehen.

Die Mannschaften dahinter müssen in die Qualifikation, wobei Österreich für die letzte Qualifikationsphase gesetzt ist. Gastgeber wird der ÖEHV bei einem der drei Vierer-Turniere im Februar 2013 aber aufgrund der Weltranglisten-Platzierung nicht sein. Österreich liegt derzeit auf Platz 15 der Weltrangliste und könnte noch von Kasachstan oder Italien überholt werden. (APA, 2.5.2012)

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