Tim Berners-Lee gegen "abgeschlossene Mikrokosmen"

22. April 2012, 18:33
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WWW- und HTML-Erfinder unterstützt Download-Plattformen, die Urhebern Tantiemen garantieren

Er wolle sich "sein Baby" nicht von Musiklabels und "deren gewaltiger Lobby" kaputtmachen lassen, sagt der Vater des Internets, Tim Berners-Lee. Er lehne Acta ab. Natürlich sei geistiges Eigentum schützenswert, aber es gehe im Netz nicht nur darum, dass Teenager Musik klauen.

Offen, erweiterbar, kostenlos

Das Internet müsse offen bleiben, er unterstütze aber Download-Plattformen, die Urhebern deren Tantiemen garantieren. Gleichzeitig wandte sich der Vorsitzende des World Wide Web Consortiums (W3C) gegen "abgeschlossene Mikrokosmen" von Facebook und Apple, weil Informationen dort nicht von Suchmaschinen gefunden werden könnten. Genau das aber war seine Intention, als er 1989 am Cern nach einem System forschte, Wissen nicht nur zu archivieren, sondern auch für Interessierte auffindbar zu machen. Er entwickelte auch die Hypertext Markup Language HTML - eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten: offen, erweiterbar, kostenlos.

Sir Berners-Lee, 1955 in London geboren, programmierte am Cern den ersten Browser - superreich wurden bekanntlich andere damit. (asch, DER STANDARD, 22.4.2012)

  • Tim Berners-Lee fordert, dass das Internet offen bleibt.
    foto: der standard/cremer

    Tim Berners-Lee fordert, dass das Internet offen bleibt.

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