Anonymous legt sich mit der Formel 1 an

20. April 2012, 17:19
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Homepage lahm gelegt - Protest gegen den Grand Prix von Bahrain

Für den Formel1- Chefvermarkter Bernie Ecclestone ist die Sache klar: "Wir als Sport sind nicht politisch". Mit diesem Statement reagierte er auf Kritik, dass der Rennzirkus dieses Wochenende in Bahrain gastiert und so dem dortigen Regime Rückendeckung liefert.  Im Vorjahr wurde das Wüstenrennen wegen der blutigen Unruhen gestrichen. Dass der Automobil-Weltverband (FIA) diesmal am Grand Prix festhält, macht die Opposition in Bahrain wütend. So werde ein falsches Bild von Normalität in Bahrain in alle Welt transportiert.

Formel1-Webseite angegriffen

Auch die Netzaktivisten von Anonymous zeigen sich wütend, über die Entscheidung der FIA. Sie legten am Freitag die offizielle Formel 1-Webseite zeitweise lahm.
Die Aktivisten setzten dabei Denial-of-Service-Attacken ein. Bei solchen Attacken werden Server gezielt mit Anfragen bombardiert, bis diese wegen Überlastung nur noch langsam funktionieren oder ganz zusammenbrechen.

Zusätzlich wurde http://f1-racers.net/ gehackt und mit einer neuen Startseite versehen.

Oberhand

Die Regierung will das international beachtete Autorennen unbedingt durchführen. So möchte sie demonstrieren, dass sie nach 14 Monaten anhaltender Proteste weiter die Oberhand hat. Am Dienstag hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International darauf aufmerksam gemacht, dass die "Krise der Menschenrechte in Bahrain" keinesfalls vorbei sei. Seit der brutalen Niederschlagung der Proteste habe sich im Land nicht viel geändert. Unter anderem verurteilten die Herrscher Ärzte und Pflegepersonal zu Gefängnisstrafen, die verletzte Demonstranten behandelt hatten. Zudem wurden bekannte Menschenrechtler ins Gefängnis geworfen.

Noch nie politische Probleme

Die Formel 1 hatte auch kein Problem damit, zu Zeiten der Militär-Diktaturen in Spanien, Argentinien und Brasilien zu fahren. Auch das Apartheid-Regime in Südafrika war lange Zeit Gastgeber für die Königsklasse. Seit einigen Jahren dreht die Rennserie in China ihre Runden, auch Autokratien wie Malaysia oder Singapur schmücken sich mit dem PS-Spektakel.
 (sum, derStandard.at, 20. 04. 2012)

Links

Anonymous auf Twitter

Formel 1-Webseite

 

  • Anonymous erklärt via Twitter die Formel 1 zum Feind der Menschen in Bahrain
    screenshot: derstandard.at

    Anonymous erklärt via Twitter die Formel 1 zum Feind der Menschen in Bahrain

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