Film- und Musikindustrie kritisiert Gegner der Festplattenabgabe

20. April 2012, 11:08
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Aussendung wird der „mutige Vorstoß" von Kulturministerin Claudia Schmied begrüßt

Geht es nach Kulturministerin Claudia Schmied, könnte die schon länger diskutierte Urheberrechtsabgabe auf Festplatten noch 2012 gesetzliche Tatsache werden. Schmied verwies in diesem Zusammenhang auf die Einnahmenrückgänge der Leerkassettenvergütung in den vergangenen Jahren, haben diese sich doch seit 2005 mehr als halbiert (von 17,6 Mio. auf 7,9 Mio. Euro im Vorjahr). "Kunstschaffende müssen mit ihren Leistungen Einkommen erzielen", betonte sie die Bedeutung einer fairen Entlohnung. Das Thema sei aber nicht vom Kunstministerium alleine zu lösen und müsse in einem gesellschaftspolitischen Kontext gestellt werden. Letztlich sei das Urheberrecht auch eine "knallharte Verteilungsfrage". 

"Mutiger Vorstoß"

Am Freitag bekam Schützenhilfe vom Fachverband der Film- und Musikindustrie. In einer Aussendung wird der „mutige Vorstoß" begrüßt. Da durch Kopien verursachte Einnahmenverluste den Bestand sozialer und kultureller Einrichtungen von Künstler gefährden sollen.  Gleichzeitig werden die Gegner der Festplattenabgabe kritisiert.

Online- und Piratenaktivisten

„Wer eine Anpassung der "Leerkassettenabgabe" an jene digitalen Medien verweigert, die heute primär zur Speicherung von urheberrechtlichem Material verwendet werden, stellt den Grundsatz der kollektiven Vergütung zu Gunsten der Rechteinhaber generell in Zweifel" heißt es in der Aussendung. "Mit der wohl nur behaupteten positiven Haltung zu einer Vergütung für erbrachte Künstlerleistungen stellen sich die genannten Branchen aber in eine Linie mit jenen Vertretern der Online- und Piratenaktivisten, die vielfach in der digitalen Welt überhaupt keine Vergütungen akzeptieren und damit das wohl auch gerade dem Handel geläufige Prinzip von Angebot und Nachfrage, Wert und Preis grundsätzlich in Frage stellen." (sum, derStandard.at 20.04 2012)

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