"Zustände wie im Kriegsrecht"

19. Juni 2003, 12:13
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Demonstrationen in Teheran: Regierung reagiert mit massivem Polizeieinsatz - Gewaltsame Zusammenstöße

Teheran - Tausende Iraner haben in der Nacht zum Donnerstag erneut in Teheran gegen die Regierung protestiert. In Autos fuhren die Demonstranten hupend durch den armen Stadtteil Pars, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Trümmer auf den Straßen zeugten von gewaltsamen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Seit über einer Woche gehen in Teheran und anderen Städten des Landes jeden Abend tausende Menschen gegen die konservative Führung auf die Straße. Hunderte wurden seither festgenommen und zahlreiche verletzt. Zentren des Protestes waren bisher die Universitäten gewesen.

Massives Polizeiaufgebot

Die iranische Führung reagierte am Donnerstag mit einem massiven Polizeiaufgebot in der iranischen Hauptstadt Teheran auf die seit über einer Woche andauernden regierungsfeindlichen Proteste. In dem Arbeitervorort Pars im Osten der Hauptstadt bezogen Bereitschaftspolizisten an wichtigen Straßenkreuzungen Posten, während regierungstreue Milizionäre Autofahrer kontrollierten.

Am Donnerstag war im Gegensatz zu den vorherigen Nächten nur noch vereinzeltes Hupen zu hören. Ein Fahrer, der sein Auto unter den Augen von Milizionären nervös durch den nächtlichen Verkehr lenkte, sagte, die Zustände erinnerten ihn an Kriegsrecht. Ein Reuters-Korrespondent sah, wie ein junger Mann von Polizisten zu einem Lieferwagen abgeführt wurde, auf dessen Ladefläche bereits mehrere Festgenommene warteten. (APA)

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    Die Demonstrationen gegen die iranische Regierung in den Straßen von Teheran halten an

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