Assange interviewte Hisbollah-Führer Nasrallah

17. April 2012, 16:00
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Wikileaks-Gründer mit eigenem Format in russischem Sender

Moskau/Berlin - Wikileaks-Gründer Julian Assange ist am Dienstag erstmals als Moderator bei dem russischen, vom Kreml finanzierten Fernsehsender RT aufgetreten. Sein Interview-Gast beim englischsprachigen Kanal war der Anführer der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah. Assange befragte ihn von London aus über eine Videoschaltung mit Hilfe von Dolmetschern von einem "geheimen" Ort.

Zur Entwicklung in Syrien sprach sich Nasrallah für Dialog und Reformen aus - und warf den USA vor, das Land zu destabilisieren. Zum Schluss stellte Assange Nasrallah eine provokante Frage zur Religion: "Sie haben gegen eine Hegemonie der Vereinigten Staaten gekämpft. Ist nicht Allah oder die Vorstellung eines Gottes die ultimative Supermacht und sollten Sie nicht als Freiheitskämpfer auch dafür eintreten, die Leute vom totalitären Konzept eines monotheistischen Gottes zu befreien?" Nasrallah antwortete, "die schöne Harmonie des Universums" könne nur von einem Gott geschaffen worden sein.

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks wehrt sich in Großbritannien, wo er sich unter strengen Auflagen aufhält, gegen seine Auslieferung nach Schweden. Dort wirft ihm die Justiz Vergewaltigung und sexuelle Belästigung von zwei Frauen vor. Assange befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden und sieht hinter dem Verfahren einen möglichen Racheakt für Veröffentlichungen von Wikileaks.

Die Enthüllungsplattform hat Ende 2010 rund 250.000 interne Mitteilungen aus US-Botschaften in aller Welt veröffentlicht. Bereits zuvor hatte die Plattform große Mengen vertraulicher Daten aus dem US-Verteidigungsministerium zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan öffentlich gemacht.

Der russische Sender RT ("Russia Today") gilt als Instrument der russischen Regierung bei der Verbreitung ihrer Standpunkte in der Welt. Die Assange-Sendung soll in Zukunft in Englisch, Spanisch und Arabisch ausgestrahlt werden. (APA, Reuters, 17.04.2012)

  • Nachsehen kann man die Sendung hier.
    foto: screenshot

    Nachsehen kann man die Sendung hier.

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