Die Vision vom "Drehkreuz Asiens"

14. April 2012, 16:00
1 Posting

Sri Lanka wirbt mit hohem Wachstum und niedriger Arbeitslosigkeit

Colombo - Die Sache mit dem Drehkreuz, räumt Janaka Ratnayake ein, sei eine Vision. Sri Lanka als "Drehkreuz Asiens" - so wirbt die Regierung auf Plakaten und Flyern für den Inselstaat als neues Wirtschaftszentrum. Ratnayake, der die Exportbehörde in Colombo leitet, referiert bereitwillig, wie man dort diese Vision erreichen will. In sieben Bereichen, sagt er, solle der Handel stark ausgeweitet werden.

Dazu gehören die Bekleidungsindustrie und die Teeproduktion, beides Wirtschaftssektoren, in denen Sri Lanka traditionell stark ist. Fast 20 Prozent des globalen Tee-Exports stammen aus Sri Lanka, dem größten Produzenten von Schwarztee. In der Bekleidungsindustrie setzt das Land auf Qualität, weil es mit den Massenproduktionen in anderen asiatischen Ländern ohnehin nicht mithalten kann. Stolz verweisen Vertreter der Kleidungsbranche in Colombo darauf, dass weltbekannte Marken wie GAP, Levis, Triumph und Tommy Hilfiger ihre Produkte in Sri Lanka fertigen lassen.

Weitere Bereiche: Kautschuk und Gummi, Gewürze und Nahrungsmittel, Edelsteine und Schmuck - und schließlich alles, was unter dem Kürzel ICT/BPO zusammengefasst werden kann, also das EDV-Outsourcing. Natürlich, heißt es, bleibe aber auch der Tourismus einer der Hauptwirtschaftszweige.

Um potenzielle Investoren zu überzeugen, verweist die Regierung auf eine Reihe von Indikatoren, die auch Ratnayake nicht müde wird aufzuzählen: Acht Prozent Wachstum 2011, eine Steigerung der Exporte um 22 Prozent in den vergangenen zwei Jahren. Die Inflationsrate sei einstellig, die Alphabetisierungsrate liege bei 91,4 Prozent.

Mit einer Arbeitslosigkeit von 4,2 Prozent liege das Land weltweit im Spitzenfeld. Außerdem, so betonen Firmenvertreter, stelle die niedrige Arbeitslosigkeit sicher, dass Mindestgehälter gezahlt und soziale Standards eingehalten würden. "Schließlich müssen wir uns um die Arbeitskräfte bemühen", lautet das Argument.

Die meisten Exporte gehen in die USA: 21 Prozent. Großbritannien liegt bei zwölf, Indien und Deutschland machen bei sechs Prozent aus. Ziel sei eine Exportsteigerung von elf Milliarden US-Dollar in 2011 auf 15 Milliarden bis 2015, so Ratnayake. (raa/DER STANDARD, 14.4.2012)

  • Janaka Ratnayake, Chef der Exportbehörde.
    foto: standard

    Janaka Ratnayake, Chef der Exportbehörde.

Share if you care.