Strafprozess gegen Ex-Börsenguru Lielacher

12. April 2012, 14:19
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Verhandlung auf Ende Mai vertagt

Wien - Der ehemalige Börseguru Michael "Mike" Lielacher, der mittlerweile als Unternehmer mit Wohnsitz in Monaco tätig ist, hat sich wegen fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Vorenthalten von Dienstnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung im Wiener Straflandesgericht zu verantworten. Es ging um Vorgänge im Zusammenhang mit der im Jahr 2005 in die Pleite geschlitterten Today Multimedia AG, die mit wenig Erfolg werbefinanzierte Internet-Zeitungen produzierte. Die Verhandlung wurde auf Ende Mai vertagt.

Lielacher wies die Vorwürfe zurück, über 10.000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen für eine Hand voll Studenten, die für eine Entlohnung von jeweils rund 300 Euro monatlich Meldungen produziert hatten, nicht an die Gebietskrankenkasse abgeführt sowie vom Firmenkonto Überweisungen für sich und seine Tochter getätigt und damit die Gläubiger geschädigt zu haben.

Die Dienstnehmerbeiträge zu berappen, wäre nicht in seinem Verantwortungsbereich gelegen, weil er nicht "faktischer Geschäftsführer" gewesen sei, meinte er zu Richterin Bettina Körber. Vorstand der Today Multimedia AG sei seine Tochter gewesen: "Ich war nur einer von drei Aufsichtsräten."

Zahlungen an Gebietskrankenkasse

Erst als seine Tochter erkrankte und mehrere Monate stationär behandelt werden musste, habe er von dieser eine Bankvollmacht bekommen und im Spital "ihre Aufträge abgeholt". "Es hat mit Sicherheit Zahlungen an die Wiener Gebietskrankenkasse gegeben", insistierte Lielacher.

Ob rund 4.000 Euro auf sein privates Konto flossen, könne er nicht ausschließen. Wenn ja, habe er das Geld aber sicher der Today Multimedia AG rückgeführt. Die Überweisung von 2.700 Euro vom Firmenkonto auf ein Konto seiner Tochter veranlasst zu haben, gab der 53-Jährige zu. Dieser sei das Geld aber zugestanden, da es sich dabei einerseits um ihr offenes Gehalt bzw. eine "Fehlüberweisung" ihres damaligen Lebensgefährten gehandelt hätte. Dieser habe versehentlich das Haushaltsgeld auf das Firmenkonto transferiert.

"Ich wollte niemanden auch nur im Ansatz benachteiligen", betonte Lielacher. Verteidiger Peter Philipp machte zum Beweis dafür eine ganze Reihe von Zeugen namhaft, die beim nächsten Termin vernommen werden sollen. (APA, 12.4.2012)

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