Deutsche Einheit

10. April 2012, 18:50
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Aus der Folge "Ihr Kinderlein kommet" wurde ein zweiteiliger Verbrüderungskrimi von Ost und West

Was man als "Tatort"-Seher immer schon gewusst hat - oft reichen 90 Minuten nicht aus. Das ist zwar eher die Ausnahme, denn das sonntägliche Täter-Raten-Spiel ist oft schon nach 40 Minuten gelöst. Das himmlische Geschenk der Osterfeiertage nutzten die Tatort-Macher aber, um einen Fall von der Hermetik einer einzelnen Stadt zu lösen. So wurde aus der Folge "Ihr Kinderlein kommet" ein zweiteiliger Verbrüderungskrimi von Ost und West, ein Tatort der deutschen Einheit.

Die Ermittlerpaare von Leipzig und Köln - also Leipzich und Göln - hatten am Sonntag und Montag eine Mordserie an jungen Mädchen aufzuklären.Gelöst wurde diese dann ein für alle Mal. Freddy Schenk, der Überstattliche vom Kölner Würstelstand, der zwischen Currywurst und Kölsch den Kriminaltango tanzt, erschoss den letzten von zwei Bösewichten, bevor dieser der an einem Heizkörper befestigten Kollegin aus Leipzig etwas Unwiderbringliches nehmen konnte.Das ist normalerweise der Beginn eines (faden) Drehbuchs aus Märchenland, wenn Polizisten ur arg darunter leiden, dass sie jemanden abgeknallt haben.

Nicht Schenk, der für Saalfeld mehr als nur kollegiale Sympathie verspürte. Am Ende war alles okay, Bussi, Bussi, Tschüssi, auf bald.In Schenks Schatten standen die Rollen von Max Ballauf als grauer und nicht heller werdender Cop, der mit dem nur bedingt menschenfreundlichen Humor von Andreas Keppler nicht viel anfangen konnte.Keppler wiederum lernte bei seinem Ausflug in den Wilden Westen, dass dort blonde Damen allesamt einen Kopf größer sind als er. Da schaute der kleine Mann jedes Mal ganz groß. Insgesamt ganz okay. (Karl Fluch, DER STANDARD, 11.4.2012)

  • Martin Wuttke (rechts) und Klaus J. Behrendt.
    foto: orf

    Martin Wuttke (rechts) und Klaus J. Behrendt.

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