Im Ameisen-Staat werden Impfkampagnen durchgeführt

7. April 2012, 17:43
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Österreichische Forscher beobachten, wie eine Kolonie aktiv für Immunisierung gegenüber Pilz-Parasiten sorgt

Klosterneuburg - Nicht nur Intelligenz definiert sich bei Ameisen über das Kollektiv, offenbar gilt dies auch in anderen Bereichen: So hat eine Forschergruppe am IST Austria rund um die Evolutionsbiologin Sylvia Cremer herausgefunden, dass die koloniebildenden Tiere eine Art von "sozialem Immunsystem" gegen Epidemien einsetzen. Und wie die Forscher in "PLoS Biology", ist dieses durchaus effektiv.

Im konkreten Fall untersuchten die Forscher die Ausbreitung von pathogenen Pilzsporen in Kolonien von Wegameisen (Lasius). Mit fluoreszenzmarkierten Sporen des parasitären Pilzes Metarhizium anisopliae konnten die Forscher zeigen, wie die Krankheit in der Kolonie weitergegeben wird. Dabei beobachteten sie etwas, das einer "Impfung" ähnelt: Eine erkrankte Ameise wird von den anderen Nestmitgliedern abgeleckt, um den Erreger von ihrem Körper zu befreien. Durch so gründliche Pflege hat der Patient eine hohe Überlebenschance - aber auch die anderen profitieren davon. Durch die Interaktion in der Kolonie kommt es zu geringfügigen Infektionen, die wiederum bei gesunden Ameisen über bestimmte Immungene eine bessere Bekämpfung des Pilzes in Gang setzen.

Mathematische Modelle zeigen, dass die Krankheit innerhalb der Kolonie durch diesen Vorgang rasch ausstirbt.  (APA/red, derstandard.at, 7.4.2012)

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