Gesteinsproben stellen Mondentstehungstheorie in Frage

25. März 2012, 23:02
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Unser Trabant ist ein geochemischer Zwilling der Erde - Modell von Kollision mit marsgroßem Objekt wackelt

London - Eine genaue Analyse von Gesteinsproben vom Mond hat ein US-Schweizer Forscherteam überraschende Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Erdtrabanten beschert. Wie die Wissenschafter um Junjun Zhang von der Universität Chicago im Fachjournal "Nature Geoscience" schreiben, besteht der Mond aus praktisch dem selben Material wie die Erde - er ist gleichsam unser geochemischer Zwilling. Die Daten bringen das gängige Modell der Mondentstehung in Bedrängnis, demzufolge unser Trabant durch die Kollision eines marsgroßen Objekts namens Theia mit der jungen Erde entstanden ist.

Nur 0,0004 Prozent Abweichung

Die Forscher hatten die Häufigkeit zweier Isotope des Metalls Titan in Mondproben untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Verhältnis von Titan-50 zu Titan-47 im Mondgestein um nicht mehr als 0,0004 Prozent von der Verteilung in der Erdkruste abweicht. Das ist überraschend, denn die Isotopenhäufigkeiten schwanken im Sonnensystem sonst bis zu hundertmal so stark. Wenn der Mond wie angenommen durch einen Einschlag entstanden ist, sollte er zu mindestens 40 Prozent aus dem Material von Theia bestehen, und seine Isotopenverhältnisse sollten sich deutlich von den irdischen unterscheiden. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass Theia exakt dieselbe chemische Zusammensetzung besaß wie die Erde.

Nicht der erste Hinweis

Die Untersuchung ist nicht der erste Hinweis auf die geochemische Ähnlichkeit zwischen Erde und Mond: Auch bei Sauerstoff, Silizium, Chrom und Wolfram gleichen sich die Isotopenverhältnisse, wie Matthias Meier von der schwedischen Universität Lund in einem Begleitartikel in "Nature Geoscience" betont. Die Werte der drei letzteren Elemente ließen sich jedoch mit der Einschlagtheorie in Einklang bringen, wenn Theia eine ähnliche Zusammensetzung gehabt habe wie der Mars. Das Isotopenverhältnis des Sauerstoffs sei auf diese Weise allerdings nicht zu erklären. Sauerstoff ist jedoch ein flüchtiges Element, und mit der aktuellen Analyse wollte die Gruppe um Zhang testen, ob es sich bei beständigeren Stoffen ebenso verhält.

Möglicherweise habe sich das Material von Theia viel stärker mit dem der jungen Erde gemischt, als bestehende Simulationen es ergeben, schreibt Meier. (APA/red, derStandard.at, 25.3.2012)

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    Ist der Mond vielleicht doch anders entstanden, als die bereits gut eingeführte Theorie vom Einschlag eines marsgroßen Objektes besagt? Eine aktuelle Isotopenanalyse weist zumindest darauf hin.

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