Anonymous Austria will brisante PolitikerIn­nen- Mails veröffentlichen

23. März 2012, 08:48
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Protest gegen Vorratsdatenspeicherung - Beweise für Überwachung von JournalistInnen angekündigt

Allen Protesten zum Trotz: Am 1. April soll auch in Österreich die Vorratsdatenspeicherung in Kraft gehen. Ein Umstand, den der österreichische Ableger des losen HackerInnen-Zusammenhangs Anonymous allerdings nicht so ohne weiteres auf sich sitzen lassen will. In einer Presseaussendung kündigt man nun mehrere Aktionen sowie die Veröffentlichung brisanter Dokumente für die kommende Woche an.

Gegenüberwachung

Um zu verdeutlichen, was die flächenweite und verdachtsunabhängige Überwachung der gesamten Bevölkerung bedeutet, habe man in den letzten Monaten eine Art eigene Vorratsdatenspeicherung durchgeführt, heißt es. Unter dem Namen "Operation Pitdog" soll es AktivistInnen von AnonAustria gelungen sein, in "dutzende" Mail-Accounts diverser österreichischer PolitikerInnen einzudringen und deren Kommunikation mitzulesen.

Leak

Daraus habe man die Erkenntnis gewonnen, "dass die derzeit im Korruptionsuntersuchungsausschuss behandelten Fälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen und der Großteil der illegalen Machenschaften noch immer nicht aufgedeckt ist". Parallel zum Start der Vorratsdatenspeicherung sollen nun mehrere "Leaks" aus dem dabei gesammelten Datenmaterial vorgenommen werden.

Überwachung

Darüber hinaus kündigt AnonAustria noch einen weiteren Leak an: So habe man Originaldokumente über Überwachungseinsätze des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gegen regierungskritische JournalistInnen zugespielt bekommen, die ebenfalls rund um den 1. April veröffentlicht werden soll.

Sicherheits-"Test"

Im Rahmen der "Operation Free All Pwnies" habe man sich zudem die Sicherheit der IT-Systeme österreichischer Provider - bei denen immerhin die Vorratsdaten gesammelt werden - "näher angesehen". Weitere Details dazu will man derzeit noch nicht verraten, in diesem Zusammenhang ist aber wohl ebenfalls von dem einen oder anderen Hack bzw. Daten-Leak auszugehen. Besonderes Augenmerk habe man dabei auf die Telekom Austria gelegt, heißt es.

Offline-Proteste

In dem Schreiben ruft AnonAustria zudem zur Teilnahme an den am Samstag, 31. März, unter dem Motto "Farewell Privacy" in Wien, Salzburg und Linz stattfindenden "Trauermärschen" auf. Auch ruft man noch einmal zur Beteiligung an der BürgerInneninitiative zeichnemit.at gegen die Vorratsdatenspeicherung auf, um wie bisher bereits 74.000 ÖsterreicherInnen hier ein Zeichen zu setzen. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 23.3.2012)

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    grafik: anonymous austria
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