Brustkrebs: Übergewichtige Frauen neigen zu Rezidiven

25. März 2012, 08:13
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Auch wenn vorab die Dosierung der Chemotherapie an das Körpergewicht angepasst wurde

Wien (APA) - Frauen, die zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose übergewichtig oder fettleibig sind, haben ein höheres Rückfall- und Mortalitätsrisiko als normalgewichtige Frauen. Dies zeigt eine neue Studie, die gestern, anlässlich der 8. Europäischen Brustkrebskonferenz (EBCC-8) in Wien vorgestellt wurde. Dieses erhöhte Risiko bestand sogar, obwohl das Studiendesign eine Dosisanpassung der Chemotherapie entsprechend dem Körpergewicht vorsah.

"Wir haben somit einen weiteren Nachweis, dass einzelne Lebensgewohnheitsfaktoren Einfluss auf die Krebsprognose haben können", meinte dazu die Autorin der Studie, Jennifer Ligibel, Onkologin am Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA). Sie wertete gemeinsam mit Kollegen die Daten von 1.909 Patientinnen aus, die zwischen 1997 und 1999 an einer Studie mit dem Titel CALGB 9741 teilgenommen hatten.

Positive Lymphknoten

Die Untersuchung war so angelegt, dass die verschiedenen Dosierungspläne der zusätzlichen Chemotherapie für Patientinnen, in deren Lymphknoten sich Krebszellen befanden, untersucht wurden. Die Präsenz dieser Zellen in den Lymphknoten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs nach dem chirurgischen Eingriff wieder auftritt.

Nachdem die Wissenschafter die Größen- und Gewichtsdaten aus den Patientenaufzeichnungen extrahiert hatten, begannen sie mit der Auswertung der Beziehung zwischen Body Mass Index (BMI) und rückfallfreiem Überleben (RFS - Relapse-Free Survival) bzw. Gesamtüberleben (OS - Overall Survival). 1,2 Prozent der Patientinnen waren untergewichtig, 32,6 Prozent normalgewichtig, 32,9 Prozent übergewichtig und 33,3 Prozent fettleibig. 49 Prozent der Patientinnen waren in der Menopause, 65 Prozent hatten einen östrogenrezeptorpositiven Brustkrebs, was bedeutet, dass das im Körper vorhandene Östrogen das Tumorwachstum fördert. Östrogen wird sowohl in den Eierstöcken als auch im Fettgewebe produziert.

Gewichtangepasste Dosierung

"Es gibt bereits einige andere Studien, die eine Korrelation zwischen Übergewicht oder Fettleibigkeit zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose und einem höheren Rückfallrisiko (Rezidive, Anm.) nachweisen. Dabei stellte sich in der Vergangenheit allerdings die Frage, ob fettleibige Frauen aufgrund ihres Körpergewichts nicht eine relativ unterdosierte Chemotherapie erhielten. Unsere Studie sah vor, dass jede Patientin eine gewichtangepasste Dosis erhielt, was zeigt, dass die bei schwereren Frauen beobachteten Rezidivraten offensichtlich nicht durch Behandlungsfaktoren bedingt sind", erklärte Jennifer Ligibel.

Jedenfalls zeigte sich eine Korrelation des Körpergewichts mit den einzelnen Parametern: - Das zehnjährige rückfallfreie Überleben einer normalgewichtigen Patientin betrug 71,4 Prozent, bei den Übergewichtigen waren es 66,5 Prozent und unter den Adipösen 65 Prozent. - Nach zehn Jahren lebten 76,9 Prozent der normalgewichtigen Brustkrebspatientinnen, 70,6 Prozent der Übergewichtigen und 69,8 Prozent der Fettsüchtigen. (APA, 24.3.2012)

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