Ein Schwein geht spazieren

23. März 2012, 10:00
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Die Performancekünstlerin Marie Cochon hat es sich zur Aufgabe gemacht, denkwürdige Stadtwanderungen zu ausgewählten Schauplätzen der Gier zu unternehmen

In Zeiten wie diesen, in denen sich der sozial unverträgliche Bereicherungsdrang einiger Weniger über diverse Kontrollmechnismen der (staatlichen) Apparate scheinbar mühelos hinwegsetzen könnte, braucht es jemanden, der entschlossen gegen Amoral aufbegehrt.

Und hier kommt die Performancekünstlerin Marie Cochon ins Spiel, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, denkwürdige Stadtwanderungen zu ausgewählten Schauplätzen der Gier zu unternehmen. Marie, und das ist nun wirklich ungewöhnlich, ist (war) biologisch betrachtet ein Hausschwein; ihren Vornamen verdankt sie ihrem mit Geldscheinen ausgestopften Inneren. Mit ihrer ersten Wanderung/ Performance, die heute, Freitag, um 10.30 Uhr beim Hauptportal des Stephansdoms beginnt, übt sie Kritik an allen Formen der Raffgier, die völlig maßlos und auf Kosten anderer ausgelebt werden. Marie dankt auf ihrer Homepage ihren Inspirationsquellen Karl-Heinz Grasser, Alfons Mensdorff-Pouilly, Peter Hochegger, Julius Meinl V. sowie deren Freunden.

Begleitet wird Marie von ihren Assistenten Nikolaus und Barbara Eberstaller. Ihre zweite Stadtwanderung führt sie gleich am Samstag nach Berlin, wo sie auch an der Ausstellung Der Goldene Käfig - The Golden Cage im KunstBüroBerlin teilnehmen wird. (afze, DER STANDARD, 23.3.2012)

Wanderung ab Stephansdom, Hauptportal, 10.30

  • Artikelbild
    foto: nikolaus@eberstaller.at
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