UN fordern Untersuchung der Kriegsverbrechen

22. März 2012, 16:08
5 Postings

Soldaten sollen extrem brutal und grausam vorgegangen sei

Genf/Colombo - Die Vereinten Nationen haben die Regierung Sri Lankas zur Untersuchung mutmaßlicher Verbrechen der Armee bei der Zerschlagung der tamilischen Rebellenorganisation LTTE aufgefordert. Ungeachtet massiver Proteste der Regierung in Colombo verabschiedete der UN-Menschenrechtsrat in Genf am Donnerstag eine entsprechende Resolution mit 24 zu 15 Stimmen. Acht Mitgliedstaaten des Rates enthielten sich.

Die von den USA eingebrachte und von der EU unterstützte Resolution sende "ein starkes Signal, dass Sri Lanka dauerhaften Frieden nur auf dem Weg echter Versöhnung und Verantwortlichkeit" erreichen könne, erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton in Washington. Ähnlich äußerte sich die EU. Sie hatte 2010 bereits Handelsvergünstigen für Sri Lanka wegen des Verdachts massiver Menschenrechtsverletzungen auf Eis gelegt.

40.000 Tote bei Offensive

Sri Lankas Armee hatte die LTTE ("Befreiungstiger von Tamil Eelam"), die im Norden der Insel einen unabhängigen Tamilenstaat erzwingen wollte, 2009 nach mehr als 25 Jahren Bürgerkrieg besiegt. Dabei sollen die Soldaten extrem brutal und grausam vorgegangen sein. Nach unbestätigten Berichten sollen sie bei der Offensive bis zu 40.000 Menschen getötet haben. Die Regierung räumte 8.000 Tote ein.

Zahlreiche Minister und andere hohe Regierungsvertreter Sri Lankas waren eigens nach Genf gereist, um die Annahme der Resolution zu verhindern. Vor dem dortigen UN-Sitz gab es Demonstration für wie gegen die Resolution. In Colombo gingen Tausende Unterstützer der Regierung auf die Straße. Menschenrechtler und Journalisten, die eine Klärung der Vorwürfe verlangen, wurden als "Verräter" beschimpft. (APA, 22.3.2012)

Share if you care.