Konsolidierung der Österreichischen Franz-Kafka-Gesellschaft gelungen

17. März 2012, 11:13
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Manfred Müller folgt Jiri Grusa als Präsident nach - Gedenkstätte wird als Studien- und Leseraum adaptiert - Symposion im Herbst geplant

Wien/Klosterneuburg - Durch die finanzielle Konsolidierung der Österreichischen Franz-Kafka-Gesellschaft können auch die veranstalterischen Aktivitäten des Vereins - darunter ein für Herbst in Wien geplantes Kafka-Symposion - wieder aufgenommen werden. Dies teilte der nach dem Ableben von Jiri Grusa (am 28. Oktober 2011) zum neuen Präsidenten gewählte Germanist Manfred Müller   mit.

Private Geldgeber sichern den Bestand der Kafka-Gesellschaft für die nächsten Jahre und auch den Erhalt des Kafka-Raumes in Klosterneuburg-Kierling. Die Gedenkstätte im Sterbehaus des Schriftstellers (1883-1924), dem ehemaligen Sanatorium Hoffmann, soll als Studien- und Leseraum adaptiert werden. Die vorhandenen, zuletzt aufgestockten Bestände bilden laut Müller "österreichweit eine der besten Kafka-Bibliotheken", die nun sukzessive auch multimedial und mit interaktiven Elementen erweitert werden soll.

An die einstige Tradition der internationalen Symposien soll im Zweijahresabstand angeknüpft werden. Im Herbst 2012 wird es aus multidisziplinärer Sicht um Kafkas Bezug zur Rechtswissenschaft gehen. Für Müller steht dabei die "Kontextualisierung des Mythos Kafka" im Zentrum, werden doch immer mehr Analogien aus Kafkas Vorstellung zur heutigen digitalen, virtuellen Internetwelt evident, einer wahrlich kafkaesken Welt, so Müller, "die der Einzelne nicht mehr durchschauen kann". Zum Symposion wird auch eine Publikation zur Geschichte der Kafka-Gesellschaft erscheinen, der auf CD eine Tonaufnahme der Eröffnung des Gedenkraumes mit der Verleihung des Kafka-Preises an Ilse Aichinger im Jahr 1983 beigelegt sein wird.

Auch der von 1979 bis 2001 verliehene Preis könnte - jeweils alternierend mit dem Symposion - wieder installiert werden. In welcher Form, kann Müller derzeit allerdings noch nicht sagen. Doch der Relaunch scheint geschafft: Davon zeugt auch ein neues Logo und die Homepage www.franzkafka.at, die in den nächsten Wochen online geht. (APA, 17.03.2012)

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