US-Militärrichterin lehnte Anhörung von Zeugen vor Manning-Prozess ab

17. März 2012, 10:25
3 Postings

Mutmaßlicher Wikileaks-Informant mit Entlastungsversuch gescheitert

In der Affäre um die Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten im Internet hat ein Militärgericht die Anhörung von möglichen Entlastungszeugen der Verteidigung des Verdächtigen Bradley Manning abgelehnt. Richterin Denise Lind schloss sich am Freitag der Staatsanwaltschaft an, die argumentierte, dass die Aussagen der acht Zeugen bei den Voranhörungen "nicht von Bedeutung" seien und die Betreffenden kaum zur Verfügung stünden. Im Prozess selbst, der erst in einigen Monaten beginnen dürfte, könnten sie aber vorgeladen werden.

Auswirkungen der Veröffentlichungen der Geheimdokumente

Mannings Anwalt David Coombs hatte dem Gericht auf dem Stützpunkt Fort Meade zuvor eine Liste mit acht Namen vorgelegt, darunter der Staatssekretär im Außenministerium, Patrick Kennedy, und der Chef des US-Gefangenenlagers Guantanamo, Admiral David Woods. Coombs wollte die Zeugen zu den Auswirkungen der Veröffentlichungen der Geheimdokumente auf die nationale Sicherheit der USA befragen. Die Verteidigung argumentiert, dass sie keine wesentlichen Folgen hatten. Manning selbst erschien für eine knappe Stunde zu der Voranhörung.

Anklage

Die Anklage bezichtigt Manning, mit seinem Beitrag zur Veröffentlichung geheimer Dokumente auf der Enthüllungsseite Wikileaks dem Terrornetzwerk Al-Kaida in die Hände gespielt zu haben. Ihm wird zur Last gelegt, viele geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie rund 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums an Wikileaks weitergegeben zu haben. Manning droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

Die Veröffentlichung der Unterlagen sorgte weltweit für Wirbel. Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak von Armeerechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde er auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. (APA, 17.03.2012)

Share if you care.