OECD: Feinstaub-Todesfälle könnten sich bis 2050 verdoppeln

16. März 2012, 10:57
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OECD zeichnet alamierendes Szenario: Mehr Treibhausgase, weniger Trinkwasser, mehr Naturkatastrophen und bis zu sechs Grad wärmer

Berlin - Bleibt es bei den bisher vereinbarten Maßnahmen zum Klimaschutz, könne die globale Erwärmung nicht aufgehalten werden. Ohne weitergehende politische Beschlüsse drohen unumkehrbare globale Umweltschäden. Zu diesem Ergebnis kommt der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Umweltausblick bis 2050. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Institut für Umweltfragen (PBL).

Die OECD schlägt wegen der drastisch steigenden Umweltbelastung Alarm: Ohne einschneidende Auflagen würden ab 2050 jährlich rund 3,6 Millionen Menschen an den Folgen sterben, vor allem in Metropolen. Das sind doppelt so viele wie derzeit. Die Luftverschmutzung in den Städten, wo 2050 zwei Drittel der dann neun Milliarden Menschen leben würden, werde somit für den Großteil aller umweltbedingten Todesfälle verantwortlich sein.

OECD: Treibhausgas-Ausstoß steigt um 50 Prozent

Eine Energiewende, die auch die Luftqualität verbessern könnte, sei weltweit nicht in Sicht. 2050 würden weiter 85 Prozent der Energie aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas gewonnen, nur zehn Prozent aus erneuerbaren Energien.

Da sich die globale Wirtschaftsleistung bis 2050 aber vervierfachen werde, steige der Energieverbrauch um 80 Prozent. Dies habe wiederum entsprechende Folgen für den Klimawandel: Der Treibhausgas-Ausstoß nehme um die Hälfte zu, die Welt werde gegen Ende des Jahrhunderts um drei bis sechs Grad wärmer. Als Ziel haben sich die großen Industrienationen maximal zwei Grad vorgegeben, da die Folgen dann gerade noch beherrschbar seien. Neben der wachsenden Zahl von Dürren, Überflutungen und Stürmen werde dies auch zu einer abnehmenden Zahl von Arten führen: Jede zehnte werde bis 2050 verschwinden.

Trinkwasserknappheit

Knapper wird auch Trinkwasser: Fast die Hälfte der neun Milliarden Menschen sind der OECD zufolge dann nicht ausreichend versorgt. Schon 2008 sei die Zahl der Stadtbewohner, die guten Zugang zu Wasserversorgung hatten, im Vergleich zu 1990 gesunken. Die Verstädterung ist schneller vorangeschritten als der Ausbau der Wasserinfrastrukturen.

Die OECD, in der vor allem die Industriestaaten zusammengeschlossen sind, hält aber ein Gegensteuern noch für möglich. So plädiert die Organisation für Umweltsteuern und einen weltweiten Handel mit Treibausgas-Verschmutzungsrechten. Diesen Emissionshandel, mit dem der Ausstoß begrenzt werden soll, gibt es bereits in der EU. Natürliche Ressourcen müssten zudem mit einem Preis belegt werden, dies gelte auch für das Wasser, gerade dort, wo es knapp ist. Mit Wassergebühren könnten wiederum Investitionen in die Erschließung von Reserven bezahlt werden. Ferner plädiert die OECD für eine Abschaffung umweltschädlicher Subventionen, wie es sie etwa in der Landwirtschaft gebe. (APA/red, 16.3.2012)

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    Der Treibhausgas-Ausstoß wird bis 2050 um die Hälfte zunehmen, heißt es im Umweltausblick der OECD.

  • OECD-Studie: Umweltausblick bis 2050.

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    quelle: oecd
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