Fälle von Badedermatitis an der Neuen Donau

16. Juni 2003, 12:05
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Heftiger Juckreiz wird durch kleine Wurm-Larven ausgelöst

Wien - An der Neuen Donau sind erste Fälle von Badedermatitis aufgetreten, so das Naturhistorische Museum Wien am Samstag. Deren Verursacher sind kleine Wurm-Larven, die in die Haut eindringen. An und für sich ist die ganze Sache harmlos, lästig allerdings der heftige Juckreiz.

Mit dem Blut in die Organe

Zur Entwicklung kommen die Erreger nur in Vögeln, beispielsweise Enten. Daher der Name "Entenwurm". Die Tiere scheiden die Eier aus, aus denen winzige bewimperte Larven schlüpfen. Diese dringen in bestimmte Wasserschnecken ein, dort wachsen sie und vermehren sich ungeschlechtlich. Schließlich verlassen tausende Larven die Schnecke und suchen schwimmend geeignete Endwirte wie etwa Enten auf. Mittels Bohrdrüsen dringen sie in die Haut ein und gelangen mit dem Blutstrom in die Zielorgane.

Ungeeigneter Wirt Mensch

Werden "irrtümlich" ungeeignete Wirte befallen, erliegen die Larven nach dem Eindringen bald der Körperabwehr des "Fehlwirtes". Sie sterben beim Menschen bereits in der Haut ab. Diese Bade- oder Zerkarien-Dermatitis verursacht jedoch einen sehr starken Juckreiz.

Nach zwei Wochen ist alles vorbei

Gleich nach dem Befall kommt es zu leichten Reizungen und Rötungen, die meist vorerst wieder abklingen, um nach einigen Stunden umso heftiger wieder aufzutreten. An sich ist die Sache harmlos und heilt nach ein bis zwei Wochen von selbst aus. Allerdings können durch Kratzen Sekundärinfektionen auftreten. (APA)

  • Die Badefreude ist an der Neuen Donau nicht ganz ungetrübt: Wurmlarven können lästigen Juckreiz verursachen
    foto: derstandard.at/lewkowicz

    Die Badefreude ist an der Neuen Donau nicht ganz ungetrübt: Wurmlarven können lästigen Juckreiz verursachen

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