Suche nach Gerfried Göschl blieb erfolglos

15. März 2012, 16:49

Hubschrauber fanden am Gasherbrum I kein Lebenszeichen - Ehefrau: "So schwer es uns fällt, sie gehen zu lassen, wir haben keine andere Wahl"

Islamabad/Wien - Die Hoffnung, dass die Besatzungen zweier Hubschrauber am Donnerstag Spuren von dem seit Freitag am Gasherbrum I in Pakistan vermissten Extrembergsteiger Gerfried Göschl und seinen beiden Seilgefährten finden, haben sich nicht erfüllt. Der 39-jährige Steirer, der Schweizer Cedric Hählen und der Pakistaner Nisar Hussain dürften ihre geplante Überquerung des elfthöchsten Berges der Erde nicht überlebt haben.

"Die Suchflüge in Pakistan sind soeben beendet worden. Beide Seiten des Berges wurden mit zwei Helikoptern abgeflogen. Es sind keine Lebenszeichen der Bergsteiger entdeckt worden", teilte Gerfried Göschls Ehefrau Heike am frühen Nachmittag mit. "Es ist jetzt an der Zeit, der Realität ins Auge zu sehen. So schwer es uns allen auch fällt, sie gehen zu lassen, wir haben keine andere Wahl", schrieb Heike Göschl in einem E-Mail, in dem es weiter hieß: "Wir möchten uns wirklich bei allen sehr herzlich bedanken, die in den letzten Tagen mit uns gehofft und gebetet haben." An die Medien richteten die Angehörigen des 39-jährigen Bergsteiger die Bitte, "uns in unserer Trauer und in unserem Schmerz alleine zu lassen".

Einer der erfolgreichsten heimischen Alpinisten

Göschl, Hählen und Hussain waren zuletzt am Freitag vergangener Woche 200 bis 250 Meter unterhalb des Gipfels des nach unterschiedlichen Angaben 8.068 oder 8.080 Meter hohen Bergs im Karakorum gesehen worden. Sie wollten den Gipfel erstmals über eine noch nie begangene Südroute besteigen und über die normale Nordroute ins Basislager zurückkehren. Eine massive Wetterverschlechterung machte die Suche nach den Männern unmöglich. Auf 7.000 Metern Höhe betrugen die Temperaturen rund minus 50 Grad, Stürme erreichten Spitzen von 150 Kilometern pro Stunde. Diese Bedingungen erlaubten nicht einmal Hubschrauberflüge ins Basislager auf 4.400 Metern Höhe. Alpinisten eines anderen Teams, die von dort aus versuchten, zu Camp 3 auf ungefähr 7.000 Metern Höhe zu gelangen, mussten umkehren. Von diesem Lager aus waren Göschl und die beiden anderen Bergsteiger Richtung Gipfel gestartet.

Göschl, Vater zweier kleiner Töchter, galt seit Jahren als einer der erfolgreichsten heimischen Alpinisten. Er hatte 2005 als zweiter Österreicher nach Peter Habeler und Reinhold Messner (1978) ohne zusätzlichen Sauerstoff und Trägerhilfe den Mount Everest, den mit 8.848 Metern höchsten Berg der Erde, erreicht und den Gipfel des Nanga Parbat (8.125 Meter) 2009 über eine neue Route im Alpinstil. Die Winterüberquerung des Gasherbrum I, auch Hidden Peak genannt, wäre ebenfalls erstmals gelungen. Für seine Erfolge wurde der Steirer aus Liezen mehrfach ausgezeichnet. Über seine Karriere als Bergsteiger wurden zwei Filme gedreht: "Atemlos" und "Spuren für die Ewigkeit". (APA, 15.3.2012)

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    Gerfried Göschl.

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