Todesstrafe gegen weiteren Attentäter von Marrakesch

10. März 2012, 13:38
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Berufungsgericht ging über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus

Rabat - Wegen des Attentats in Marrakesch vom April 2011 hat ein marokkanisches Berufungsgericht ein zweites Todesurteil ausgesprochen. Bereits im ersten Prozess war der mutmaßliche Anführer der Terroristen zum Tode verurteilt worden. Am Freitagabend verhängte die Berufungsinstanz des Anti-Terrorgerichts bei Rabat auch gegen Hakim Dah, einen Vertrauten des Anführers, die Todesstrafe. In erster Instanz war Dah noch zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden.

Das Gericht ging mit der Todesstrafe über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Bestätigung der lebenslangen Haftstrafe für Dah verlangt. Der Hauptangeklagte, der Marokkaner Adil al-Atmani, war bereits im ersten Prozess im vergangenen Oktober zum Tode verurteilt worden. Seine Strafe wurde am Freitag bestätigt.

Verschärfung der Strafen

Für weitere sechs Angeklagte verschärfte das Gericht die Strafen. Statt zwei bis vier Jahre müssen sie nun sechs bis zehn Jahre ins Gefängnis. Für eine weitere Mitangeklagte wurde dagegen die Strafe von zwei Jahren Haft bestätigt.

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Angeklagten dem Jihad und den Ideen der Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) verschrieben. Die Beschuldigten erklärten allerdings vor Gericht, keinerlei Verbindung zum Jihad und zum Terrorismus zu haben.

Die Attentäter hatten am 28. April 2011 im bei Touristen beliebten Cafe Argana im Zentrum von Marrakesch zwei in Rucksäcken versteckte Bomben ferngezündet. 17 Menschen wurden getötet. Unter den Todesopfern waren acht Franzosen und drei Touristen aus der Schweiz.

Die Anwälte der Opferfamilien hatten vor Gericht verlangt, keine Todesstrafen zu verhängen. "Ich will nicht, dass Atmani zum Märtyrer wird. Ich will, dass er auf ewig in Vergessenheit versinkt und dass der dabei enorm leidet angesichts des Verbrechens, dass er an Menschen begangen hat, die das Leben und die Menschheit liebten", sagte der französische Anwalt Frank Berton. (APA)

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