Gerichtsakten zu Kinderpornofall offenbar monatelang im Internet

5. März 2012, 10:28
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Wiener Kanzlei erreichte, dass Daten vom Netz genommen wurden - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt

 Die Gerichtsakten eines Kinderpornoprozesses im Salzkammergut sollen monatelang im Internet abrufbar gewesen sein. Das berichtete das ORF-Radio Oberösterreich am Montag. Demnach sei es einer Wiener Anwaltskanzlei nun gelungen, die Inhalte vom Netz nehmen zu lassen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Wels, die gegen unbekannte Täter ermittle, war am Vormittag für die APA nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut Radiobericht habe eine der in Zusammenhang mit dem Fall vor Gericht gestellten Personen gegenüber dem ORF zugegeben, die Akten selbst auf die Web-Plattform gestellt zu haben.

1990er Jahren

Der Fall stammt aus den 1990er Jahren. Jahre später fanden sich plötzlich die Namen der Opfer, ihre Zeugenaussagen und sogar Nacktfotos im Internet. Die Betroffenen versuchten monatelang, die Daten löschen zu lassen. Bei der Polizei habe es geheißen, dass man in so einem Fall machtlos sei, wird in dem Radiobericht eine Mutter zitiert. Erst eine Wiener Kanzlei habe erreicht, dass die Internet-Plattform die Daten entfernte - nach 13 Monaten.

Die Staatsanwaltschaft Wels soll bereits seit Monaten wegen des Verdachts der Veröffentlichung geheimer Akten gegen unbekannte Täter ermitteln. Das gestaltet sich aber offenbar schwierig: Für das Delikt sei lediglich eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten vorgesehen, für eine Auswertung der Daten wäre eine höhere Strafandrohung notwendig, erklärte ein Behörden-Sprecher dem ORF. (APA)

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