Gsungan und gspüt

28. Februar 2012, 17:56
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Beim Singen kommen die Leute zusammen, auch wenn sich die Geister scheiden - Alf Poier tourt mit dem Musikprogramm "This Isn't It".

Innsbruck - Seit 17 Jahren gelten Alf Poiers Gaga-Gags als heimische Antwort auf Helge Schneider oder Georg Ringswandl. Sein erstes Kabarettprogramm Himmel, Arsch & Gartenzwerg feierte 1995 Premiere, es folgten vier weitere Übungen in angewandter Freistil-Philosophie mit infantiler Schlagseite: Zen (1999), Mitsubishi (2001) und Kill Eulenspiegel (2005).

Daneben gab es einen Auftritt beim Eurovision Song Contest (2003) sowie den zweiten Platz in der heimischen Vorausscheidung (2005), TV-Shows und sein Privatmuseum "Botschaft für Bewusstsein, Scheißdreck und Kunst" in seinem niederösterreichischen Bauernhof.

Zum 15-jährigen Bühnenjubiläum ließ Poier wieder von sich hören. Für das neue Musikprogramm This Isn't It reaktivierte der gebürtige Judenburger seine alte Band Obersteirische Wolfshilfe - zumindest dem Namen nach, denn die meisten Musiker sind zum ersten Mal mit von der Partie. Bevor das 45-jährige Scherzkeks nämlich im Grazer Theatercafé bei einem Kleinkunstwettbewerb erste dadaistische Duftmarken setzte, ließ er es schon musikalisch krachen: als Rock-Fan in Drahdiwaberl-Tradition. Der Titel seiner neuen Show ist eine Anspielung auf Michael Jacksons Musikdoku This Is It.

Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten starb der King of Pop, Poier aber lebt. Dass der Alleinunterhalter weitermachen will, klingt nach gefährlicher Drohung. Etwa für die Macher des endgültigen Satire-Zentralorgans Titanic, die ihn 2005 als einzigen Österreicher in eine Fotogalerie mit deutschen Comedians aufnahmen - Untertitel: "Spaßvogelgrippe erlöst Deutschland! - Hurra! Erste Opfer!".

Kraut, Rüben, Metal

Zu früh gefreut, denn Poier war in jungen Jahren Laufsportler, denen geht nicht so schnell die Puste aus. Auch nicht beim fröhlichen Hüpfen auf der Bühne, das Poier inzwischen seinen Strichmanderln und selbst gebastelten Witzobjekten vorzieht.

Dafür schmeißt er die Musikstile durcheinander, zur Kraut-und-Rüben-Diät gehören Metal, Schlager und chinesischer Pop. Die Wolfshilfe kommt von Leonard "Lenny" Dickson (Schlagzeug), Wolfgang Laab (Gitarre), Marco Weichselbraun (Keyboard) und Hannes Steif (Bass). In den nächsten Tagen sowie der zweiten Märzhälfte live auf heimischen Bühnen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.2.2012)

  • 1. 3., Salzburg, Oval, 0662/84 51 10, 19.30 Uhr
  • 3. 3., Innsbruck, Treibhaus, 21.00 Uhr
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und Innsbruck. 
    foto: standard/heribert corn

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