Hutchison lässt Nokia-UMTS-Sender abreißen

13. Juni 2003, 11:32
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Hardware der Finnen macht zuviele Probleme und ist bei Tests durchgefallen

Der finnische Weltmarktführer bei Mobilfunk-Hardware Nokia scheint bislang nicht vom Glück verfolgt zu sein, was UMTS anbelangt. Verschiedenen Berichten zu Folge soll der unter dem Markennamen 3 auftretende UMTS-Anbieter Hutchison Whampoa in seiner Heimat Hongkong den Austausch von 700 UMTS-Node-Bs angeordnet haben. Offenbar ist die WCDMA-Hardware der Finnen bei Interoperabilitätstests durchgefallen.

Probleme

Auch Schwierigkeiten mit Multimediafunktionen und instabile Software sollen zu der abrupten Entscheidung beigetragen haben. Zum Zug kommen nun NEC und Siemens. Offiziell ist weder von 3 noch von Nokia eine Bestätigung, aber auch kein Dementi zu erfahren. Die Finnen geben immerhin zu, dass "final testing and optimization" ihrer WCDMA-Lösungen noch bis Jahresende dauern werden, sagen aber, keine Vertragsbekanntmachungen zurückzuziehen. Wie Unstrung berichtet, soll Kommunikationschef Thomas Jönsson wörtlich gesagt haben: "We don't unannounce contracts."

Auswirkung

Dem Ungemach nicht genug, droht auch bei der britischen 3 ein Rückschlag. In der zweiten Netzausbauphase soll Nokia gar nicht mehr zum Zug kommen. Und bereits im Mai hatte es Berichte gegeben, wonach 3 Schwierigkeiten hatte, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Grund waren Interventionen der Feuerwehr wegen überhitzender Nokia-Basisstationen. Der Hersteller bezeichnet dies als Einzelfall, auch 3 UK versucht die Wogen zu glätten.

Fragen

Doch die Finanzmärkte sind bereits beunruhigt: "Warum haben NEC und Siemens bereits die Fertigstellung ihrer Teile der ersten Netzausbauphase in Großbritannien bekannt gegeben, Nokia aber noch nicht?"

Schlechtes Timing

Abseits der 3G-Probleme sind nun auch Sicherheitsprobleme mit GPRS-Infrastruktur von Nokia bekannt geworden. @stake hat entdeckt, dass ins Netz eingebuchte User Denial-of-Service-Attacken durchführen können. Betroffen sind IP-650-basierte Gateway GPRS Support Nodes (GGSN) von Nokia. Wird ein missgebildetes IP-Paket mit der Option 0xFF an das Netz verschickt kommt es zu einer Kernel Panic und einem Herunterfahren des Gateways. Als Folge reißen alle GPRS-Datenverbindungen im gesamten Netz ab. Bleibende Schäden sind dabei nicht zu erwarten, allerdings könnten Verrechnungsinformationen verloren gehen. Nokia hat alle Kunden aufgerufen auf den nicht betroffenen Release Level 2 upzudaten. (pte)

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