Gute Finanzaussichten für Zentralbahnhof

12. Juni 2003, 20:03
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Infrastrukturminister signalisiert Zustimmung - Spatenstich zur U2-Verlängerung

Nimmt man Infrastrukturminister Hubert Gorbach beim Wort, dann könnte eine unselig lang andauernde Wiener Verkehrsgeschichte ein gutes Ende finden. Der FP-Minister stellt in Aussicht, dass der Bau eines Wiener Zentralbahnhofes finanziell gesichert sei. Eine Nachricht, die Wiens Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker mit "sehr erfreulich" kommentiert.

Im Februar haben die ÖBB in einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen, wie der Neubau billiger und rascher zu realisieren ist. Um 530 Millionen Euro könnte der Bau bis 2010 errichtet werden. Damals sagte Norbert Steiner, Leiter der "Bahnhofsoffensive" bei der Bundesbahn, dass 40 Prozent der veranschlagten Investitionssumme noch offen seien.

Wechselnde politische Zuständige

Es spießt sich an Details, wie die Bausumme zwischen Bund und Land Wien geteilt wird: Gorbach meint, er greife gerne das Angebot der Stadt Wien auf, ein neues Finanzierungsverfahren für den Zentralbahnhof zu entwickeln. Sie solle das 55-Hektar-Areal umwidmen, die Umwidmungserlöse könnten zusätzlich für den Bau benutzt werden. Der Zentralbahnhof werde vorgezogen, andere Projekte verschoben. Schicker kann dem nichts abgewinnen. Alle Projekte seien gleich wichtig.

Seit zwei Jahrzehnten wird beim Bahnhofsprojekt ums Geld, Grundstücksverkäufe und -widmungen gefeilscht. Durch wechselnde politisch Zuständige auf allen Ebenen wurde der Bau des Zentralbahnhofs immer wieder verschoben.

Hilmar Kabas, Chef der FP-Wien, forderte erneut, die Preise beim U-Bahn-Bau vom Rechnungshof prüfen zu lassen. Er unterstütze dies, meint Gorbach, da der Bund die Hälfte der Baukosten für U-Bahnen begleiche.

U-Bahn zum Stadion

Während beim Zentralbahnhof derzeit Pläne (wieder) aus den Schubladen geholt werden, geht es beim Wiener U-Bahn-Bau ab sofort "in medias res": Donnerstagvormittag rammte Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) vor dem Ernst-Happel-Stadion den Bohrer in die Erde - bis zur Fußball-EM 2008 soll die U2 dann bis zum Stadion fahren. "Halten Sie sich am Samstag den 10. Mai 2008 um zehn Uhr frei", lud Wiener-Linien-Direktor Günther Grois zur ersten Fahrt ein.

Der U2-Anbindung über Praterstern und Messe zum Stadion soll ein Jahr später die Verlängerung über die Donau zum Donauspital folgen. Der Ausbau kostet 1,2 Milliarden Euro. Insgesamt wurden ins U-Bahn-Netz seit Planungsbeginn 1967 sechs Milliarden Euro investiert. (aw, rott/DER STANDARD; Printausgabe, 13.6.2003)

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    Infrastrukturminister Hubert Gorbach stellt Bau eines Wiener Zentralbahnhofes in Aussicht

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