Nokia 808 angetestet: 41-Megapixel-Kamera im Plastik-Bomber

4. März 2012, 13:56
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Design und Symbian Belle trüben Nokias erstes "PureView"-Smartphone etwas ein

Nokia hat am Mobile World Congress als Highlight des aktuellen Portfolios das 808 als erstes Smartphone mit "PureView"-Technologie vorgestellt. Der Hersteller verbaut darin eine Kamera mit 41-Megapixel-Sensor und verspricht nicht weniger als eine Revolution bei Smartphone-Kameras. Der WebStandard konnte das Gerät in Barcelona kurz antesten.

Spezifikationen

Die Ausstattung des 808 entspricht der aktueller Mittelklasse-Smartphones. Der AMOLED-Screen mit Gorilla-Glas misst vier Zoll und bietet eine Auflösung von 640 x 360 Pixeln. Das Modell verfügt über eine auf 1,3 GHz getaktete Single-Core-CPU, 16 GB internen Speicher und bis zu 48 GB zusätzlichen Speicher durch microSD-Karten. An Verbindungen und Datenübertragungsmöglichkeiten stehen HSPA, WLAN IEEE802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0, HDMI und USB 2.0 zur Verfügung. Auch ein NFC-Chip ist vorhanden.

41-Megapixel-Kamera

Bis dahin sind die Spezifikationen nicht weiter herausragend. Die Besonderheit des 808 steckt in der Kamera. Diese ist neben der für viele Nokia-Smartphones obligatorischen Carl-Zeiss-Linse mit einem 41-Megapixel-Sensor ausgestattet.

Bildrauschen wird entfernt

Allerdings werden Fotos nicht einfach mit 41 Megapixeln abgespeichert, was bei einem Sensor dieser Größe wohl zu schlechteren als besseren Ergebnissen führen würde. Stattdessen werden beispielsweise bei einer Foto-Auflösung von fünf Megapixeln sieben Pixel zu einem zusammengefügt, erklärt Nokia die PureView-Technologie. Der Chip entfernt dabei störendes Rauschen und Bildartefakte.

Im Kurztest konnten die selbst aufgenommenen Fotos zwar nicht abgespeichert und auf einem größeren Monitor betrachtet werden, doch die Kamera des 808 hält zumindest auf den ersten Blick, was sie verspricht. (Einige Beispielfotos bietet Nokia auf seiner Website an.) So löst sie nicht nur sehr schnell aus, sondern bietet auch hohen Detailreichtum, wenn man einen Bildausschnitt vergrößert.

Full-HD-Videos

Neben dem PureView-Modus, der die Pixelanzahl herunterskaliert, können im "Full Resolution"-Modus auch Fotos mit maximal 34 Megapixeln aufgenommen werden. Videos lassen sich in Full-HD-Auflösung mit 1080p filmen. Nokia hat zudem einige manuelle Einstellungsmöglichkeiten verpackt.

Symbian Belle

Leider hat sich der Hersteller jedoch entschieden, das erste Gerät mit der PureView-Technologie mit Symbian auszustatten. Die aktuelle Version Belle bietet zwar eine höhere Nutzerfreundlichkeit als frühere Varianten, dennoch hätte das Publikum am Mobile World Congress wohl lieber ein Windows Phone mit der herausragenden Kamera gesehen. Immerhin: Die Technologie soll auch in kommenden Nokia-Produkten Einzug halten. Konkrete Angaben dazu machen die Finnen allerdings noch nicht.

Design

Der zweite Punkt, der einen leicht bitteren Beigeschmack beim 808 hinterlässt, ist das Design. Denn hier hat Nokia das Modell "Plastik-Bomber" gewählt. Mit 123,9 x 60,2 x 13,9 Millimetern ist das Gehäuse schon generell nicht besonders schmal, für die Kamera wächst das Gehäuse nochmals auf einen "Berg" von 17,95 Millimetern an. Dadurch liegt das Smartphone auch nicht flach auf der Rückseite auf. Sehr hochwertig fühlt sich das Gehäuse aus Plastik leider ebenfalls nicht an. Immerhin ist es mit 169 Gramm nicht allzu schwer und liegt beim Fotografieren gut in der Hand.

Einschätzung

Mit PureView haben sich die Finnen mit Sicherheit ein sehr interessantes Stück Technologie gesichert, das mit dem Gerät einen großen "Will-haben-Faktor" mitliefert. In Verbindung mit Windows Phone und einem herausragenden Design, wie dem des Lumia 800 oder 900, hätte der Hersteller wohl einen Verkaufsschlager im Ärmel. Das 808 kommt im Mai zu einem Preis von 450 Euro (exklusive Steuern) auf den Markt. (Birgit Riegler aus Barcelona, derStandard.at, 4.3.2012)

  • Nokia hat am Mobile World Congress das 808 PureView vorgestellt.
    foto: birgit riegler

    Nokia hat am Mobile World Congress das 808 PureView vorgestellt.

  • Auf dem Smartphone läuft Symbian Belle.
    foto: birgit riegler

    Auf dem Smartphone läuft Symbian Belle.

  • Die Besonderheit ist jedoch die Kamera mit 41-Megapixel-Sensor.
    foto: birgit riegler

    Die Besonderheit ist jedoch die Kamera mit 41-Megapixel-Sensor.

  • Fotos werden dabei nicht mit 41 Megapixeln gespeichert, stattdessen werden mehrere Pixel zu einem zusammengefügt und somit Bildrauschen entfernt.
    foto: birgit riegler

    Fotos werden dabei nicht mit 41 Megapixeln gespeichert, stattdessen werden mehrere Pixel zu einem zusammengefügt und somit Bildrauschen entfernt.

  • Beim Design hat Nokia schon Moderneres geliefert.
    foto: birgit riegler

    Beim Design hat Nokia schon Moderneres geliefert.

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