Unternehmerische Selbstverwirklichung

Gastkommentar27. Februar 2012, 08:45
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EPUs sind unverzichtbar und erfolgreich, meint Elisabeth Zehetner von der WKÖ

In jedem EPU steckt der Unternehmergeist, auf den es in Österreich ankommt. 54 Prozent der Mitglieder der Wirtschaftskammer arbeiten als EPUs - also ohne fixe Mitarbeiter -, und das durchaus sehr erfolgreich.

Erst Ende 2011 haben wir die KMU-Forschung Austria mit einer Studie zur Situation der EPUs in Österreich beauftragt.

Daten und Fakten zu EPUs

78 Prozent der EPUs üben die Selbstständigkeit hauptberuflich aus und 63 Prozent in einem Vollzeitausmaß. Die Entscheidung zur Selbstständigkeit wird bei der Mehrheit der Ein-Personen-UnternehmerInnen von den Gründen Selbstverwirklichung und Streben nach flexiblen Arbeitszeitmodellen, d. h. von Pull-Faktoren, getragen. Bei rund einem Viertel bis zu einem Drittel der EPUs hat die vorangegangene - nicht zufriedenstellende - Arbeitssituation (Unzufriedenheit am ehemaligen Arbeitsplatz sowie fehlende Karrieremöglichkeiten, sogenannte Push-Faktoren) ebenfalls eine ausschlaggebende Rolle bei der Entscheidung gespielt.

Rund ein Fünftel aller befragten EPUs erzielte im Jahr 2010 einen Jahresumsatz von weniger als 10.000 Euro. Bei einem Viertel der EPUs (25 Prozent) machte der Umsatz 2010 zwischen 10.000 und 30.000 Euro aus. Demgegenüber konnten ca. 14 Prozent einen Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro erwirtschaften. Bei den EPUs, die nebenberuflich geführt werden, ist der Anteil der Unternehmen mit weniger als 10.000 Euro Umsatz am größten (51 Prozent).

Bei den hauptberuflich in Teilzeit geführten EPUs überwiegt die Umsatzgrößenklasse 10.000 bis 30.000 Euro (39 Prozent). Unter den hauptberuflich in Vollzeit geführten EPUs gibt es hingegen eine größere Vielfalt bei der Verteilung der Unternehmen nach Umsatzgrößenklassen. Lediglich sechs Prozent der in Vollzeit geführten EPUs erzielten einen Jahresumsatz von weniger als 10.000 Euro, wobei diese Unternehmen in erster Linie junge Unternehmen in der Gründungs- bzw. Wachstumsphase waren.

Einsatz für noch bessere Serviceleistungen

Selbstverständlich steht außer Frage, dass EPUs besondere Anforderungen und Herausforderungen haben. Dafür hat die Wirtschaftskammer nicht nur spezielle Serviceleistungen entwickelt, sondern auch besondere Anliegen umgesetzt, etwa die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige und die Betriebshilfe (Ersatzarbeitskraft bei Krankheit). Und wir werden weiter für noch bessere Rahmenbedingungen für EPUs kämpfen.

EPUs sind nicht nur Ausdruck unternehmerischer Selbstverwirklichung, sondern ihre Innovationskraft, Flexibilität und Kundennähe macht sie attraktiv - und zu unverzichtbaren Partnern auch für größere Unternehmen.

Es gibt also nicht nur die prekären EPUs, sondern viele sehr erfolgreiche EPUs. 101 davon haben wir übrigens in einem eigenen Buch "101 Gesichter" präsentiert. (Elisabeth Zehetner, derStandard.at, 27.2.2012)

Autorin

Mag. Elisabeth Zehetner arbeitet seit 2003 in der Wirtschaftskammer Österreich und leitet die gemeinsame Geschäftsstelle von Junge Wirtschaft, Gründerservice, Frau in der Wirtschaft und EPU. www.facebook.com/elisabeth.zehetner, www.twitter.com/ZehetnerE

Mehr Infos

http://epu.wko.at oder www.facebook.com/EinPersonenUnternehmen

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