Deutsche-Telekom-Bilanz 2011 durch USA und Hellas verhagelt

23. Februar 2012, 10:26
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Jahresüberschuss auf 557 Mio. Euro eingebrochen - Rote Zahlen im 4. Quartal

Milliarden-Abschreibungen auf ihre Krisen-Töchter in den USA und Griechenland haben der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr die Bilanz verhagelt. Der Überschuss sank 2011 auf 557 Mio. Euro von 1,7 Mrd. Euro vor einem Jahr, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten etwa sechsmal so viel Überschuss erwartet, nämlich 2,95 Mrd. Euro. Im vierten Quartal schrieb die Telekom sogar rote Zahlen: Für Oktober bis Dezember stand ein Verlust von 1,34 Mrd. Euro in den Büchern. Analysten hatten im Schnitt gut eine Milliarde Gewinn im Quartal erwartet.

Rote Zahlen

Negativ schlugen vor allem die schlechte Geschäftsentwicklung der griechischen Tochter OTE und von T-Mobile USA zu Buche - letztere verlor 1,7 Millionen der lukrativen Vertragskunden, davon allein 800.000 im vierten Quartal. Zusammen mit hohen Ausgaben für die Pensionisten in Deutschland summierten sich die Sonderbelastungen 2011 auf 4,5 Mrd. Euro. Ohne eine 3 Mrd. Dollar (2,27 Mrd. Euro) schwere Überweisung von AT&T, mit der die Amerikaner die Telekom für den gescheiterten Verkauf von T-Mobile USA entschädigten, wäre der Konzern im Gesamtjahr sogar in die rote Zahlen gerutscht.

Trotz des Gewinneinbruchs hält die Deutsche Telekom die Dividende unverändert. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr mit 0,70 Euro je Aktie bedacht werden. Das ist die Mindestgewinnbeteiligung, die die Telekom auch für 2012 zahlen will. Größter Aktionär ist der Bund, der direkt und über die staatliche Förderbank KfW insgesamt 32 Prozent an der Telekom hält.

LTE

Für 2012 erwartet der Vorstand des 235.000 Mitarbeiter starken Konzerns, zu dem in Österreich T-Mobile gehört, ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von 18 Mrd. Euro. 2011 lag die Kennzahl bei 18,7 Mrd. Euro. Ein Grund für den voraussichtlichen Gewinnrückgang in diesem Jahr ist die lang erwartete Investitionsoffensive in den USA. Dort werden 1,4 Mrd. Dollar in den Ausbau des Mobilfunknetzes gesteckt, das damit teilweise auf den Datenturbo-Standard LTE aufgerüstet werden soll. (APA)

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