War ÖIAG-Chef Beyrer Telekom-Informant?

22. Februar 2012, 18:17
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Magazin zweifelt Aufklärer-Rolle Beyrers als TA-AR-Chef an

Der jetzige Chef der Staatsholding ÖIAG, Markus Beyrer, soll sich in seiner früheren Tätigkeit als Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) als "Informant" für das Management der Telekom Austria betätigt haben. Das geht laut "News" aus weiteren nun aufgetauchten internen TA-Mails hervor. Die ÖIAG hält 28,42 Prozent an der TA, Beyer ist Aufsichtsratschef des Unternehmens.

Pikant

Pikant ist zudem, dass Beyrer in seiner IV-Funktion an von der Telekom bezahlten Jagdausflügen und anderen Events teilgenommen hat. Jetzt allerdings soll er als deren Aufsichtsrats-Chef auch Affären wie die Aktienkursmanipulationen von Frühjahr 2004 rund um Boni-Zahlungen an frühere Telekom-Spitzenmanager aufklären soll.

Im nun bekannt gewordenen Mail-Verkehr geht es um die Rolle, die Beyrer im November und Dezember 2008 als IV-Generalsekretär rund um Proteste der Telekom-Belegschaft gegen einen angekündigten Jobabbau gespielt haben soll. Die TA-Personalvertreter hatten damals unter anderem an den Präsidenten der IV, Veit Sorger, geschrieben: Das Telekom-Management agiere nur im Sinne von kurzfristigem Erfolg mit massiven Kostenreduktionsprogrammen. Als verantwortungsvollem IV-Chef wolle man ihm nahebringen, wie wichtig die Telekom als Leitbetrieb mit fast 10.000 Beschäftigten für das Land und dessen Infrastruktur sei. Das Schreiben - in dem (angebliche) TA-Managementfehler taxativ ausgezählt werden, datiert von 5. November 2008.

"Wie mit Generalsekretär Beyrer besprochen, das Schreiben des Zentralausschusses der Telekom Austria TA AG"

Schon am 7. November, zwei Tage danach, traf bei Michael Fischer, dem TA-Public-Affairs-Head und Ex-ÖVP-Organisationsreferenten, eine E-Mail ein. Zitat: "Wie mit Generalsekretär Beyrer besprochen, das Schreiben des Zentralausschusses der Telekom Austria TA AG". Fischer schickte das Mail gleich an die Unternehmensspitze (Ametsreiter, Nemsic, Schieszler) weiter - zur Information und "mit der Bitte um Geheimhaltung". Dieses Mail druckt das Magazin als Faksimile ab.

Als am 4. Dezember dann eine Demonstration folgte, wurden nicht nur die Manifestanten minutiös beobachtet, sondern laut "News" schlug der Telekom-Manager Michael Jungwirth, davor ÖVP-Sekretär, auch vor, zu überprüfen, ob die Teilnahme an einem Streik bei Beamten nicht mit einem Disziplinarverfahren geahndet werden könnte. Bei IV-Chef Veit Sorger bedankte sich der TA-Öffentlichkeitsarbeiter Michael Fischer dann: "Danke Veit! Auf Euch ist Verlass!" Sorger hatte, so "News" noch während der Demo eine Aussendung gegen den Streik versandt.

Ausgerechnet Beyrer, dem Magazin zufolge damals Informant von Fischer, soll heute dafür sorgen, dass reiner Tisch bei der Telekom gemacht wird. "News" fragt sich, ob Beyrer die Funktion des Saubermachers angesichts seiner Nähe zu den Betroffenen überhaupt ausüben kann. Zum "News"-Artikel liegt noch keine Stellungnahme von Beyrer oder von der ÖIAG vor.(APA)

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