Japans Nationalsport in der Krise

22. Februar 2012, 15:00
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50 Millionen Dollar Schulden an­gehäuft - Verbandsboss: "Befinden uns in gefährlicher Situation"

Tokio - Japans Nationalsport Sumo befindet sich in einer tiefen Krise. Im Jahr 2011 hat der japanische Verband (JSA) rund 50 Millionen Dollar Schulden angehäuft, wie der Vorsitzende Kitanoumi am Mittwoch verriet. Ringabsprachen und diverse andere Skandale ließen den 2.000 Jahre alten Sport in der Publikumsgunst sinken. Japans Regierung warnte zwischenzeitlich sogar, die Steuervorteile, die Sumo genießt, zu streichen.

"Wir befinden uns in einer äußerst gefährlichen Situation. Wir müssen unsere Probleme erkennen und das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellen", sagte Kitanoumi. Neben Absprachen sorgten in den vergangenen Jahren vor allem Drogen- und Alkoholexzesse der Ringer für Schlagzeilen. Der staatliche Rundfunk- und Fernsehsender NHK, der über die exklusiven Übertragungsrechte für die Turniere verfügt, sagte die Live-Übertragung des vergangenen Sommer-Turniers wegen des Wettskandals erstmals seit 50 Jahren ab.

2009 wurde der Chef eines Ringstalls bereits zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einen 17-Jährigen zu Tode gequält hatte. Für Entrüstung sorgte auch Großmeister Asashoryu, der nach diversen Skandalen zurücktreten musste. Dem gebürtigen Mongolen wurde zum Verhängnis, dass er sich Anfang 2010 vor einem Nachtclub in Tokio nach einer durchzechten Nacht eine Rauferei geliefert hatte. (APA/Reuters)

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