Iran verweigert IAEO-Inspektoren erneut Zugang zu Militärbasis

22. Februar 2012, 12:25
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Kontrolleuren Zugang zu verdächtiger Anlage verweigert - USA appellieren an Israels Geduld: Noch Zeit für Diplomatie

Wien/Teheran/Washington - Die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) ist hinsichtlich des jüngsten Besuchs ihrer Experten im Iran unzufrieden. Der Besuch verdächtiger Anlagen auf der Militärbasis Parchin, rund 30 Kilometer von Teheran entfernt, sei erneut nicht gestattet worden. "Es ist enttäuschend, dass der Iran unserer Bitte, Parchin zu besuchen, weder beim ersten noch beim zweiten Besuch entsprochen hat", erklärte IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano in einer Aussendung in der Nacht auf Mittwoch. "Wir haben einen konstruktiven Geist an den Tag gelegt, aber es kam zu keiner Einigung", so Amano.

Das Expertenteam unter Führung von Chefinspektor Herman Nackaerts befindet sich auf dem Rückweg aus dem Iran, wo es sich am Montag und Dienstag aufgehalten hatte. Schon Ende Jänner war das Team für zwei Tage im Iran, auch damals wurde es nicht nach Parchin gelassen.

Behörde vermutet weitere geheime Anlagen

Die IAEO wollte von den Vertretern der iranischen Atomorganisation und des Sicherheitsrats der Regierung vor allem Zusagen für künftige Treffen und Überprüfungen erhalten. Dabei geht es um Zugang zu Dokumenten, Wissenschaftlern und verdächtigen Anlagen wie Parchin. In der weitläufigen Militärzone soll ein Metallbehälter stehen, in dem möglicherweise Versuche mit nuklearen Raketensprengköpfen simuliert wurden. Die Spezialisten wollten überprüfen, ob diese Tests dort tatsächlich durchgeführt wurden. Der Iran hat zwar bestimmte Standorte nuklearer Aktivitäten im Zentraliran deklariert und der IAEO zugänglich gemacht. Die Behörde vermutet jedoch noch weitere geheime Anlagen.

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Laut einem im November vorgelegten IAEO-Bericht soll der Iran mindestens bis 2010 an Atomwaffen gearbeitet haben. Der Iran hat seit 2008 Fragen der IAEO zu seinem Atomprogramm unbeantwortet gelassen. Die Regierung hat eine militärische Ausrichtung stets bestritten, die Forschungsprojekte dienten ausschließlich zivilen Zwecken.

"Leider keine Einigung"

"Intensive Bemühungen wurden gemacht, um eine Einigung über ein Dokument zu erzielen, das die Klärung ungelöster Fragen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Iran zu erleichtern - insbesondere solche über eine mögliche militärische Dimension. Leider wurde keine Einigung über dieses Dokument erzielt", hieß es in der IAEO-Aussendung.

Der iranische Gesandte bei der IAEO, Ali Asghar Soltanieh, erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, die Gespräche in Teheran seien intensiv gewesen und hätten sich um "Zusammenarbeit und ein gegenseitiges Verständnis zwischen dem Iran und der IAEO" gedreht. Die Gespräche würden fortgesetzt.

Kurz vor der IAEO-Aussendung sahen die USA trotz der verschärften Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen noch Zeit für eine diplomatische Lösung im Atomstreit. Der nationale Sicherheitsberater Tom Donilon habe das auch der israelischen Regierung bei einem Besuch am Wochenende deutlich gemacht. Mit Blick auf israelische Gedankenspiele über einen Präventiv-Angriff auf iranische Atomanlagen sagte ein Regierungssprecher am Dienstag in Washington laut der Agentur Reuters: "Israel und die USA sind sich einig im Ziel, dass der Iran nicht an Atomwaffen gelangen darf." Der Iran hatte den Ton zuletzt verschärft und einen Präventivschlag gegen seine "Feinde" nicht ausgeschlossen. (APA)

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    Die Atomanlage Bushehr.

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    Die IAEO-Delegation bei der Rückkunft am Wiener Flughafen.

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    grafik: stepmap/derstandard.at
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